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Wildes Wasser und frische Früchte

In den Bergen von Santa Fe

Zwei Tage, länger braucht man nicht um sich an die 7 Stunden Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Panama zu gewöhnen, jedenfalls nicht wenn man wie unsere Gäste „nur“ drei-einhalb-Wochen unterwegs ist. Wenn man sich innerhalb dieser zwei Tage dann auch noch einen Sonnenbrand zuzieht, nur weil man vor dem Frühstück 20 Minuten auf der Dachterrasse sitzt wird es dringend Zeit in kältere Gefilde zu flüchten. Nächstes Ziel für uns und erstes Ziel für die Freunde ist Santa Fe.

Santa Fe

Santa Fe liegt geografisch und auch geologisch oberhalb Santiagos und wurde von uns ursprünglich nur als Zwischenstopp auf unserem Weg Richtung Bocas Del Toro gesehen. Es geht also mit dem Bus aus Panama City nach Santiago und von dort mit einem Minibus in wilder Fahrt in die Bergregion Santa Fe. Unser eigentlich geplantes Hostel, das Hostel La Qhia ist leider chronisch ausgebucht und so bezogen wir ein Vierbettzimmer im Hotel Santa Fe. Das Hotel Santa Fe erinnerte mich ein wenig an typisch amerikanische Motels – wahrscheinlich deshalb, weil es direkt an der Hauptstraße liegt und jedes Zimmer von außen aussah wie einen eigene kleine Wohnung. Das Programm für den ersten Abend bestand bloß noch aus Essengehen, immerhin war es schon spät und wir hatten für den folgenden Tag eine Tubing-Tour auf dem Rio Santa Maria gebucht. Von unsere Zimmer bis in die ”Stadt“ brauchten wir ca 10 Minuten, genauso lange braucht man auch um sie einmal komplett zu durchwandern. Mit anderen Worten Santa Fe ist winzig, so winzig, dass es nicht einmal ein Bank oder einen Geldautomaten gibt. Glücklicherweise hatten wir das vorher schon gelesen und uns in Santiago mit genug Bargeld versorgt.

Aufgrund mangelnder Angebote und weil der Hunger immer größer wurden kehrten wir in einem kleinen Restaurant mit einem Gericht in 3 verschiedenen Ausführungen ein. Auf der Karte standen Es gibt Kochbananen mit Reis und Hühnchen, Kochbananen mit Reis und Fisch oder Kochbananen mit Reis und Rührei. Das Essen war spitze und für 4 Personen mit Getränken und 2 Desserts zahlten wir knappe 30 $.

Tubing auf dem Rio Santa Maria

Zugegeben meine Vorurteile zum Thema Tubing waren nicht gerade wenig, hatten wir doch in Guatemala bei Semuc Champey gesehen, dass man sich einfach durch einen langweiligen Fluss treiben lässt. Jetzt ein paar Wochen später während der Trockenzeit mitten in Panama hatte ich also keinen hohen Erwartungen. Zu Unrecht! Wir wurden morgens mit einem Pickup abgeholt, durften mal wieder eine Runde auf der Ladefläche mitfahren und kamen nach 8 Minuten Fahrt (wie gesagt der Ort ist nicht groß) an unserem Einstiegspunkt an. Auf ins Wasser und auf ins überraschend kühle Nass. Und dann? Jap, einfach mal treiben lassen muss ja auch mal sein. Das Tubing an sich dauerte ca 1,5 Stunden, hatte keine riesigen (aber einige kleinere) Stromschnellen, jede Menge schöne Natur, ein paar Eidechsen und jede menge Sonne im Gepäck. Für 1,5 Stunden kann man mit 7 $ hier nun wirklich nichts falsch machen.

Organic Farm Maria Y Chon

Nachmittags, wir hatten uns noch nicht wirklich von dem morgendlichen Sonnenbad erholt, machen wir uns auf den Weg zur Organic Farm von Maria und Chon. Ihre Farm liegt etwas außerhalb ist aber dennoch gut zu Fuß zu erreichen (wir nehmen auf dem Hinweg dennoch das Taxi). Chon fängt uns etwas unterhalb des eigentlichen Wohnhauses ab, zeigt uns wo normalerweise Reis angebaut wird, wie die Tomaten wachsen und erklärt auch direkt, dass es dieses Jahr besonders schwer ist, hat es doch seit November nicht mehr geregnet. Wir machen uns mit ihm auf zum eigentlichen Anfangspunkt der Tour, werden von Maria mit frischem Orangensaft versorgt „normalerweise gibt es ja auch was zu essen, wenn man allerdings so spät kommt wie ihr, dann nicht.“ Im Anschluss erfahren wir von Chon, dass er jetzt schon 40 Jahre ökologisch auf dieser Farm arbeitet, zu Beginn, weil man sich einfach kein Düngemittel leisten konnte und später weil man einfach schon zu viel schlechtes gehört hatte. Die beiden haben 5 Festangestellte und je nach Saison noch ein paar Aushilfsarbeiter als Unterstützung. Die meisten Produkte verkaufen sie noch im Ort in 2 kooperierenden Geschäften, der Rest wird in Santiago auf dem Wochenmarkt verkauft. Angebaut wird alles was man in Panama so anbauen kann, Kaffee (natürlich der beste ganz Panamas) Orangen, Gurken, Tomaten, Ananas, Kochbananen und vieles mehr. Auch ein Paar Tiere haben sie allerdings werden sie wohl mehr gehalten als wirklich gezüchtet. Maria kümmert sich mehr um den Haushalt und ihren riesigen Orchideengarten, mit einigen ihrer Blumen hat sie schon Auszeichnungen gewonnen. Ich wusste ja nichtmal, dass es Fachtagungen für Orchideen gibt …

Was uns in Santa Fe wirklich aufgefallen ist sind die freundlichen Menschen, ganz egal wohin man geht oder woher man kommt hier wird wirklich jeder gegrüßt, hier hat man noch das Gefühl von einer funktionierenden Dorfgemeinschaft. Wahrscheinlich liegt es daran, das Santa Fe wirklich ab vom Schuss liegt und man weiß, dass man auf den anderen angewiesen sein könnte. Vielleicht liegt es auch bloß daran, dass die Menschen hier noch nicht so an Touristen gewöhnt sind, uns ist es jedenfalls wiederholt positiv aufgefallen. Außerdem eignet sich die Abgelegenheit super zum Sternegucken einen solchen Blick auf die Milchstraße hatten wir zuletzt in Namibia.

 

Kommentare
2 kommentare zu “In den Bergen von Santa Fe”
  1. Birko und Grit sagt:

    Hallo Ihr Reisenden,

    Eurer Erzählung zu urteilen, brecht Ihr wohl Eure Reise jetzt ab, pachtet ein Stück Land und gründet eine Bio- Farm. Warum nicht. Für die Vermarktung ein gelungenes Marketingkonzept und schon kann’s los gehen. Können wir als stille Teilhaber einsteigen?

    Gruß Birko und Grit

    • nina sagt:

      haha … Birko, du als stiller Teilhaber? Das ist aber schwer vorzustellen :D
      Wir geben euch Bescheid wenn es soweit ist, erstmal müssen wir noch sooo viel mehr sehen!
      Schön, dass ihr immer dabei seid! Liebe Grüße aus Panama

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