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3 Tage in Mexico City

Mexico City: Kultur und Keilerei

Vergangenen Donnertsag sind wir in Mexico City angekommen. Unser Billigflug mit Viva Aerobus war entgegen aller Erwartungen pünktlich und generell lief alles sehr entspannt. Einziges Problem war unser Gepäck, wir hatten das Basic Paket gebucht: 15 kg zur Aufgabe und maximal 10 kg als Handgepäck. Soll ja wohl kein Problem sein, immerhin sind wir ja auch in Deutschland mit 13 kg gestartet und dazugekommen ist bis auf die Taucherbrillen und einem Trockensack noch nichts. Tja Pustekuchen, da zeigt die olle Waage doch glatt 16 kg an. Es blieb also nur eins, große Rucksäcke auf, schweren Schuhe raus, Pulli raus, lange Hose an, und dann nochmals hinten anstellen. Beim zweiten mal lief dann alles reibungslos, unser Gepäck wurde erfolgreich aufgegeben und es konnte losgehen. Wie auf jedem Billigflug (wir haben 45 USD p.P. gezahlt) gibt es auch hier nichts gratis zu Trinken und generell muss man sich kaufen was man ggf haben wollen würde. Das ist bei 2,5 Stunden Flug aber nicht so wirklich tragisch.

Einmal gelandet fällt uns direkt positiv auf, dass es deutlich kühler und bei weitem nicht so schwül ist wie in Tulum. Wir nehmen unsere Rucksäcke, unterhalten uns noch kurz mit Marco und seiner Tante (beide Mexikaner und beide aus dem weiteren Umland der Stadt) nach 5 Minuten bieten uns beide an sie anzurufen, wenn wir irgendwas brauchen oder auch dass wir bei ihnen schlafen können, wenn wir mal in der Nähe sind. Verrückt, nach 5 Minuten! Wir sind jetzt einen Monat unterwegs, haben allerdings schon betten in Mexico, Canada, Australien, Bayern, Hongkong und der Schweiz angeboten bekommen.

Wir verlassen also das Flughafengebäude und machen uns auf Richtung Metro, denn auch wenn es nur 7 km bis zum Hostel sind wäre ein Taxi, dadurch das die Stadt in Zonen aufgeteilt ist, verhältnismäßig teuer. Mit der Metro geht es für 5 Pesos soweit wie man eben möchte. Das Prinzip finde ich super, man kann soweit fahren wie man will, wenn man allerdings einmal die Metro verlässt muss man ein neues Ticket erwerben. Man könnte also ohne weiteres für 5 Pesos von einem Ende der Stadt zum anderen kommen. In der Metro treffen wir Pepe – Pepe heißt eigentlich anders, aber alle nennen ihn Pepe. Er ist nach Mexico City gekommen um seine Eltern zu besuchen. Wir unterhalten uns nett und er zeigt uns wo wir umsteigen müssen und wo wir überhaupt hin müssen. Netter Kerl, auch wenn er uns kein Bett anbietet :-). Nach 25 Minuten in einer wirklich heißen Metro erreichen wir unsere Station und nach 4 Gehminuten auch das Hostel. Wir bleiben für 3 Nächte im Mexico City Hostel und gönnen uns mal wieder den Luxus eines Doppelzimmers. Unser Zimmer liegt in der dritten Etage und spätestens beim „Aufstieg“ merken wir, dass sich die Stadt in über 2400m Höhe befindet. Da kann einem schonmal die Luft ausgehen (ja lacht ruhig hätte ich ja auch nicht erwartet). 

Nach einer erholsamen Nacht auf harten aber nicht drahtigen Betten machen wir uns auf die Stadt zu erkunden. Sie ist einfach viel zu groß, als dass man ohne sich vorher einen konkreten Plan zu machen irgendwas erkunden könnte. Es wird also ein kleiner Rundgang durch das historische Zentrum der Stadt. Wir besuchen ein Architekturmuseum und den Palacio de Bellas Artes (die wichtigste kulturelle Einrichtung Mexico Citys) und jetzt kommt’s: alles gratis. Die Mexikaner haben offensichtlich wirklich verstanden das Bildung am besten ankommt wenn sie frei für alle zugänglich ist. Das Studieren in Mexico City kostet übrigens nur 20 Cent – einmalig. Das ist die Einschreibegebühr, den Rest macht der Staat. Gut die Uni ist mit 150.000 Menschen auch nicht leer, aber das ist sie bei uns ja auch nicht. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Privatunis die mit 30000 Pesos nur für das Einschreiben ganz schön happig sind.

Während unser kleinen Bildungsreise sehe ich immer wieder Verkaufsstände mit Wrestling-Masken etc, auch im Hostel wurde eine Wrestling-Tour angeboten. Der Entschluss steht also: heute Abend soll es zum mexikanischem Wrestling gehen. Da uns die Tour im Hostel mit 350 Pesos p.P. recht teuer vorkommt entschließen wir uns alleine die 4 km in Angriff zu nehmen. Es ist inzwischen kurz nach 6 und wird langsam dunkel, da kommen dann doch ab und an Zweifel auf, ob man die kleine dunkle Gasse nimmt oder doch eher an der viel befahrenen Straße weitergeht. Machen wir es kurz uns ist natürlich nichts passiert und auch wenn man das immer irgendwo hört wahrscheinlich wäre auch nichts passiert, wenn wir die dunklen Gassen gegangen wären, ausprobieren müssen wir es ja trotzdem nicht.

Wir erreichen nach ca 40 Minuten Fußmarsch die „Arena Mexico“, in welcher sich heute die Luchadores (so heißen die mexikanischen Wrestler) gegenüberstehen. Am Eingang kaufen wir nach einem wenig hin und her (das Spanisch ist dann doch nicht so gut) Karten der 4ten Kategorie, dafür aber nur 12 Reihen vom Ring entfernt für 175 Pesos pro Karte. Wir sitzen links neben dem Ring und befinden unsere Plätze für sehr gut, dafür das sie nur Kategorie 4 sind. Vor der Arena stehen, wie überall kleine Läden mit Essen, Shirts, Masken, Spielfiguren etc pp. wir hatten uns allerdings vorgenommen in der Arena zu essen. Selbst Schuld, denn außer Chips und Schokoriegeln gibt es nicht so richtig was. Noch nicht! Es ist 19:30 Uhr, irgendwo hieß es dass es um 20:00 Uhr los geht, die Tickets sagen es geht um 20:30Uhr los. Hoffen wir, dass es noch voller wird denn noch ist es sehr überschaubar. Die „Arena Mexico“ ist für knapp 17.000 Personen ausgelegt und wohl bei einigen Kämpfen auch ausgebucht. Heute nicht, aber immerhin wird es doch noch recht voll.

Es ist 20:20 Uhr und inzwischen gibt es hier alles zu kaufen, von Pizza über belegte Sandwiches, bis zur Suppe. Außerdem laufen Menschen mit den traditionellen Masken rum: eine für 80 Pesos. Wenn man grad schon dabei ist kann man sich auch ein Glitzer-Cape zulegen oder aber einen mit LED beleuchteten Minitur-Ring inklusive 4 Luchadores. Jeder Verkäufer buhlt lauthals um seinen nächsten Kunden. Währen der eine seinen Text fast schon singt, brüllt der andere einfach laut raus was er gerade für besonders beachtenswert hält. Wirklich interessant das mal zu sehen. Um Punkt 20:30 Uhr heisst es dann Licht aus, Spot an, Mädels raus. Immerhin überträgt das Fernsehen live, da muss man wohl auch in Mexico pünktlich sein. Anders als beim amerikanischen Wrestling werden hier drei Runden gewrestelt (ich hab es gegoogelt, man sagt das so) und erst danach steht der / die Sieger fest. Wir sehen 7 Kämpfe, manche über drei Runden, andere nur bis nur noch einer im Ring ist. Die genauen Regeln bleiben unklar. Unklar bleibt auch, weshalb die Faszination hier so groß ist, ist doch allgemein bekannt, dass es sich nur um Show-Kämpfe handelt. Wahrscheinlich muss man dafür mehr den Zusammenhang verstehen und die ganze Sache mehr verinnerlichen. Im Fernsehen sieht Wrestling ja wirklich immer gut aus. Tja Leute fernsehen, die wissen eben was von wo wie aussieht. Ich schaue nach den ersten 2 Kämpfen vermehrt auf die große Videoleinwand, auf welcher die Kämpfe live übertragen werden und bin mit dem Video zufriedener als mit dem was ich sehe wenn ich einfach geradeaus schauen würde. Um 23 Uhr verlassen wir die Arena und fahren mit der Metro zum Hostel. Was bleibt ist ein interessanter, wenn auch eventuell nicht so tiefer Einblick in die mexikanische Wrestlingszene und die Erkenntnis, dass einfaches Geradeausschauen nicht immer die beste Wahl ist.



Ort: Mexico City – Arena Mexico
Kosten: 90 – 400 Pesos // 5 – 22€ je nach Sitzplatz
Wichtig: Während der Kämpfe wird allerlei Essen verkauft, es macht also keinen Sinn sich vorher mit Chips und Schokoriegeln vollzustopfen:-)

Kommentare
ein kommentar zu “Mexico City: Kultur und Keilerei”
  1. helga krueger u. heinz sagt:

    Soeben hat Helga Eure ausführlichen Berichte gelesen .ich wünsche Euch weiterhin ganz viel Spaß ich gehe jetzt ins Bettchen ,kuschle mich schön ein,denn die Nacht soll stürmich werden. Heinz sitzt noch an der Klotze und guckt Olympiade.Drückerschen von den Ossis.

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