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Herbst in der Weinhauptstadt Argentiniens

Mendoza am Fuße der Anden

Mendoza. Dieser Name begegnete uns schon am ersten Tag in Argentinien als wir im Supermarkt von Puerto Iguazú nach einem Wein suchten. Fast 75 Prozent der argentinischen Weinproduktion findet in den etwa 2000 Bodegas der Region statt. Wie passend, dass Mendoza direkt auf unserer Route Richtung Nordwesten liegt.

Irgendwie hatten wir uns unsere Ankunft in Mendoza anders vorgestellt. Statt Wein und leckerem Essen verbrachten wir eine knappe Woche mit dicker Erkältung krank im Hostel. Wir hatten uns eine sehr günstige Unterkunft (etwa 10 Euro für ein Doppelzimmer mit Frühstück) gesucht. Das Hostel Simplemente ist auf den ersten Blick nicht das einladendste Hostel. Was uns dann aber von einem Umzug abgehalten hat war der unglaublich herzliche Besitzer Juan Carlos der uns behandelte wie seine Kinder. Als Nina 2 Tage fast durchgehend im Bett lag brachte er (nachdem der Rücksprache mit seiner Mutter gehalten hatte) Tee und einen Heizlüfter …

Bei soviel Herzlichkeit kann man doch nicht ausziehen und eigentlich nur gesund werden. Bei Tee mit Honig und argentinischen Steaks (für Jan) schieben wir diese kleine Erkältungsphase dem argentinischem Herbst in die Schuhe, denn während ihr im deutschen Sommer schwitzt hatten wir zwischenzeitlich mit Temperaturen unter 10 Grad (in der Sonne) zu kämpfen.

Mendoza an sich ist eine typische Kolonialstadt mit zentralgelegenem Park und reichlich schönen Gebäuden. Das es sich früher um eine Wüstenstadt gehandelt hat, sieht man aufgrund des ausgefeiltem Bewässerungssystems nicht mehr. So gut wie neben jeder Straße finden sich Bewässerungsgräben die zumindest im Sommer (Regenzeit) die zahlreichen Bäume und Pflanzen mit Wasser versorgen und der Stadt ein lebendiges einladendes Gesicht verleihen. Auch in den zahlreichen Parks, (53 im gesamten Stadtgebiet) von denen die wichtigsten 5 im Zentrum angelegt sind wie die 5 auf einem Würfel, strotzen nur so vor Grün und großzügig angelegten Springbrunnen. Wenn man im Park sitzt und seinen Blick über die Stadt schweifen lässt bleibt man zwangsläufig irgendwo an den Anden hängen. Mendoza liegt am Fuße der Anden und auch wenn sie dafür sorgen, dass die Sonne hier recht Spät aufgeht (gegen 8 :30Uhr) und auch recht Früh wieder verschwindet (ab 18 Uhr) ziehen sie einen mit ihren zum Teil weißen Gipfeln in ihren Bann.

Die Alta Montaña Tour

Wir entscheiden uns dazu eine der „angesagtesten“ Touristen-Touren zu buchen. Die Alta Montaña Tour führt uns aus Mendoza auf der Routa 7 bis auf über 3000 m Höhe in die Nähe der chilenischen Grenze.

Früh morgens (7 Uhr ist früh wenn man krank ist) werden wir von einem Minibus abgeholt und verlassen Mendoza noch vor Sonnenaufgang. Auf der Fahrt Richtung Uspallata fällt uns wieder auf wie gut es doch die ganzen Selbstfahrer-Weltreisenden haben. Die aufgehende Sonne hüllt die Berge in ein kräftiges Rot und wir haben das Verlangen anzuhalten und alles fotografisch festzuhalten. Als Reisegruppe ist das aber leider nicht drin und so machen wir den ersten Stop an einem der zur Bewässerung Mendozas angelegten Seen ehe es weiter geht bis nach Uspallata.

Uspallata … ODER: Sieben Jahre in Tibet
Uspallata ist ein kleines Bergdorf in knapp 2000 m Höhe mit ca 3.500 Einwohnern. Bekanntheit erlangte es dadurch, dass sie als Ausgangsort für die Dreharbeiten zu „Sieben Jahre in Tibet“ genutzt wurde. In dem Hotel des Ortes hängen noch heute Bilder von Brad Pitt und seinen Drehkollegen.

Puente del Inca
Für uns geht es nach einer kurzen Pause weiter Richtung „Puente del Inca“, einer natürlichen Brücke mit jeder Menge heißer Quellen. Der Lengende nach handelt es sich bei der Brücke um versteinerte Krieger eines Inka Herrschers, der seinen gelähmten Sohn in den Quellen heilen wollte. Seit 2005 darf man die Brücke wegen Einsturzgefahr nicht mehr überqueren und so kann man sich nur bei den Händlern vor Ort davon überzeugen wie mineralhaltig die Quellen wirklich sind. Hier werden Flaschen, Schuhe, Basecaps, Blumenvasen und weitere Accessoires überzogen mit einer dicken gelblichen Mineralienschicht angeboten. Bei den Gebäudeüberresten handelt es sich übrigens um ein Thermalbad, dieses wurde allerdings 1953 bei einem Erdrutsch fast vollständig zerstört.

Der höchste Berg Südamerikas – Aconcagua
Wenn schon Anden, dann auch richtig, wir schauen uns den Aconcagua an, mit 6.962 m der höchste Berg Südamerikas. Was soll ich sagen – schön. Leider fällt einem gar nicht auf, wie groß er tatsächlich ist, wenn er umgeben von anderen Bergen vor einem steht, während man sich selbst auf 3000 m Höhe befindet. (sind dann ja auch nur noch 4000 m und das ist jetzt ja wirklich keine Kunst).

Zum Mittagessen fahren wir bis fast an die chilenische Grenze. Mangels vegetarischer Angebote (es gibt nur ein nicht ganz billiges Buffet mit 80% Fleischanteil) entscheiden wir uns allerdings dazu unsere mitgebrachten Backwaren zu verspeisen ehe es den selben Weg wieder zurück  Richtung Mendoza geht. Nach diesem Ausflug in die Höhe kommt uns Mendoza auf einmal richtig warm und wohlig vor, fast wie der Herbst den wir von zuhause kennen – inklusive bunter Blätter und warmer Sonnenstrahlen.

 

Kommentare
ein kommentar zu “Mendoza am Fuße der Anden”
  1. Andre sagt:

    Hi
    Ich bin ja schon etaws neidisch bei dem anblick dieser Berge

    Gruß

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