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Der Weg ist das Ziel ... und ganz schön lang

Unser Machu Picchu Abenteuer

„Am 06.08 sind wir in Peru und schauen uns Machu Picchu an!“, so oder so ähnlich haben wir letztes Jahr um die Weihnachtszeit unsere Route beschrieben, wenn jemand danach fragte ob wir denn irgendwelche Fixpunkte hätten. Hatten wir natürlich nicht und auch die Sache mit Machu Picchu war nur so daher gesagt. Der 06.08. ist Ninas Geburtstag und Machu Picchu war nunmal eins unserer Highlights in Südamerika.

Knappe 8 Monate nach Reisebeginn, nach 4 Ländern die letztes Jahr noch gar nicht eingeplant waren (Brasilien, Argentinien, Chile und Bolivien), nach einem „spontanen“ Heimatbesuch und einer Reise auf der wir uns glücklicherweise häufiger einfach haben treiben lassen und so Orte entdecken durften, Menschen kennen lernen konnten und unglaublich viel gesehen haben war dieses Rumgespinne von Weihnachten auf einmal wieder ganz nah. Wir sind noch in Bolivien als uns auffällt: „Das mit der Geburtstagsfeier am Machu Picchu könnte wirklich klappen!“

Das Problem mit den Tickets …

Knapp eine Woche später stehen wir also in Cusco vor der zentralen Ausgabestelle für Eintrittskarten für Machu Picchu. Das „Ministerio de Cultura“ kümmert sich darum, dass am Tag auch wirklich bloß die zugelassenen 2500 Besucher Zutritt zu der verlassenen Inkastadt haben. Es ist 6:50 Uhr am Morgen, wir haben ca eine halbe Stunde gebraucht um mit all unserem Gepäck auf dem Rücken hier anzukommen. Vor uns steht eine überschaubare Menschenmasse und einige von ihnen wollen Karten noch für heute (o4.08). Dieser Umstand lässt uns aufatmen, sind die Karten für heute und die nächsten 10 Tage online doch schon als „vergriffen“ markiert. Vor uns in der Schlange und mit dem Wunsch auf ein Ticket für heute steht Helga, eine Peruanerin mit deutschen Wurzeln irgendwo weit in der Vergangenheit. Helga hat sich heute morgen noch schnell ein Zugticket besorgt und hofft gleich mit einem Taxi und einigen Gleichgesinnten nach Ollantaytambo fahren zu können. Eigentlich genau unser Weg, aber erstmal brauchen wir ein Ticket.

Machu Picchu ist verglichen mit dem Rest von Peru ein teures Vergnügen (speziell für Touristen, dazu aber später mehr), das reguläre Ticket kostet 50 $ (Studenten sparen 50 %). Der nicht soo super freundliche Mitarbeiter des „Ministerio de Cultura“ erklärt uns, dass er noch Tickets für den 06.08 hat uns diese jedoch bloß aushändigen könnte, wenn wir ihm auch ein Bahnticket vorlegen würden. Die Logik dahinter verstehen wir nicht so wirklich, dennoch bekommen wir ein bisschen schlechte Laune – der Grund dafür ist sind die Ticketpreise von PeruRail, der englischen Gesellschaft, die dafür zuständig ist die Gäste mit dem Zug zu befördern. Während das Ticket für Helga und andere Peruaner 10 Sol (~3 $) kostet wird hier von Ausländern 70 $ für eine einfache und 120 $ für Hin-und Rückweg verlangt. Der Zug ist dabei der selbe, lediglich die Ausstattung variiert. Natürlich ist es nicht möglich mit dem Localtrain zu fahren wenn man keinen peruanischen Pass hat …

Wir stehen also in Cusco, es ist der 04.08. und wir brauchen ein Ticket für übermorgen. Glücklicherweise hatten wir im Internet gelesen, dass man die Tickets auch in jedem Hotel und in einigen Reisebüros kaufen können soll. Mit dem Taxi geht es also auf in die Innenstadt und rein in die erstbeste Agentur (um halb 8 ist die Auswahl noch recht beschränkt, später kann man die Tickets alle 10 Meter an so gut wie jeder Haustür kaufen). Entrance Tickets Machu Picchu? Jawoll! Für den 06.08? „Si claro.“ Hinsetzen, Studentenausweis abgeben, akzeptieren, dass die Tickets hier 3 $ teurer sind, 2 Stunden in einem Café sitzen und hoffen das nicht auffällt, dass der Studentenausweis natürlich nicht echt ist und schlussendlich noch eine halbe Stunde in der Agentur warten, während sich die Verkäuferin immer wieder 96 %igen Alkohol in die Hände schüttet, ihn verreibt um anschließend die verdampfende Flüssigkeit mit genüsslichen Zügen zu inhalieren … Irgendwann kommen dann auch unsere Tickets. Mit einem breitem Grinsen machen wir uns in einem Colectivo auf den Weg nach Ollantaytambo.

Erster Stopp: Ollantaytambo

Die Fahrt nach Ollantaytambo dauert 1,5 Stunden und kostet 10 Sol, für ein Taxi kann man gerne auch 80 zahlen (ist ja schließlich auch sicherer – sagen jedenfalls die Taxifahrer …). Ollantaytambo liegt mitten im heiligen Tal der Inkas und ist heute für die meisten nicht viel mehr als ein Durchfahrtsort auf dem Weg zu Machu Picchu. Wir sind dennoch froh hier eine zusätzliche Nacht eingeplant zu haben, immerhin werden wir im Hostel mit guten Informationen rund um unsere Weiterreise versorgt und rund um den Marktplatz gibt es einige Pizzarien mit exzellenter Steinofenpizza (nach einigen Monaten Unterwegs ist eine gute Steinofenpizza etwas ganz feines …). Neben gutem Essen gibt es in Ollantaytambo 2 Ruinen zu besichtigen, die eine Links, die andere rechts im Berg. Die eine groß, die andere relativ klein, dafür aber gratis. Von oben hat man einen schönen Überblick über das ganze Dorf und man kann sich an das Treppensteigen in dieser Höhenlage gewöhnen.

Im Zickzack-Kurs nach Hydroelectrica

Aus Ollantaytambo fahren nicht wirklich viele Colectivos Richtung Hydroelectrica (dem letzten Ort mit Straßenanbindung vor Aquas Calientes, dem Ort vor Machu Picchu) nach einigem Hin und Her finden wir schließlich aber doch einen Fahrer, der uns für 45 Sol (15 $) in den 4 Stunden entfernten Ort fahren möchte. In einem etwas in die Jahre gekommenem 7-sitzigem Toyota geht es zusammen mit einer Familie und 2 Argentiniern los. Durch schirr endlose Serpentinen schraubt unser Fahrer sein armes Gefährt nach oben. Wir wechseln ca alle 20 Sekunden zwischen dem zweiten und dem dritten Gang und schneiden Kurven, so dass Ninas Hand und mein Knie fast schon eine Einheit bilden. Draußen zieht wirklich beeindruckende Landschaft an uns vorbei, immer mal wieder stehen vereinzelt kleine Hütten herum, hier und da ein Lama, dazu unendlich viel grün-gelbes Gras und je weiter wir nach oben kommen immer mehr Steine – schroff aber faszinierend schön.

Während ich so aus dem Fenster schaue und mich frage, was Menschen dazu bringt hier oben ihr Häuschen aufzuschlagen zieht ein Condor vorbei. Diese, mit 2 Metern Flügelspannweite, Riesen der Lüfte hatten wir uns eingebildet in Salta schonmal gesehen zu haben, nach diesem Exemplar bin ich mir jetzt aber nicht mehr so sicher ob wir „damals“ nicht bloß eine Krähe gesehen haben. Der war wirklich groß und auch wenn ich ihn bloß 5 Sekunden sehen konnte ehe er wieder hinter einer Bergkante verschwand  kann ich gut verstehen, weshalb die Inca sie so faszinierend fanden. Gut, ein Häuschen oder gar eine Stadt nur zum Vogelgucken brauche ich trotzdem nicht.

Wir erreichen die Wolkendecke und die andere Seite der Bergkette. In der inzwischen routinierten Serpentinen-Kurve-Schneidetechnik geht es ab jetzt bergab, wir durchfahren alle 10 Minuten einen Fluss welcher wohl aus irgendwelchen Gründen nicht unter der Straße hergeführt werden konnte und so dafür zuständig ist, unser kleines Gefährt immerhin von unten ordentlich zu säubern. Nach 5 Flussdurchschreitungen frage ich mich ob wir wohl immer, das selbe Wasser durchfahren oder ob wir evtl sogar schneller sein könnten als der Fluss. Man wird es wohl nie erfahren.

Linksrum, rechtsrum, Gang raus und rollen lassen, 180 Grad links, 180 Grad rechts, Gang raus, hupen, rollen lassen, links rum … Ich weiss nicht wie man solch eine Straße bauen kann und ich weiss auch nicht warum wir hinten sitzen mussten was ich aber zu glauben wusste, war dass mein Magen durch eine schnöde Autofahrt nicht irritiert werden kann. Jetzt weiss ich auch das. Besser. Als wir in Santa Maria ankommen bin ich froh wenigstens für die 5 Minuten Pinkelpause festen Boden unter den Füßen zu haben, die Knie zittern, mir ist schlecht – auch mal eine Erfahrung.

Nach der kurzen Pause in der ca 10 Verkäuferinnen immer wieder fragten, ob ich denn nicht doch einen gefrorenen Joghurt im Plastikschlauch essen wollen würde – mein Kopf wollte hitzetechnisch natürlich Eis, mein Magen wollte um Himmelswillen in Ruhe gelassen werden und so gab es nichts. Weiter gehts auf einer Schotterpiste, ca 1 1/2 Stunden fahren wir auf einer schmalen in den Fels geschlagenen Schotterpiste ins Nirgendwo, glücklicherweise keine Serpentinen mehr, dafür gibt es jetzt einen ca 300m tiefen Abhang auf der Seite. Mein Magen lässt mich das glücklicherweise ausblenden und so werde ich bloß durch die Hand-Knie-Verbindung darauf hingewiesen, dass diese „Straße“ weit oben auf der nicht-so-toll-um-mit-50kmh-zu-fahren-Liste steht.

Verstaubt, verschwitzt und glücklich erreichen wir Hydroelectrica. Vor uns stehen viele Touristen, sie sehen erschöpft aber glücklich aus. Ein bisschen Small Talk hier, schnell noch eine Banane essen und weiter geht’s. Aus Hydroelectrica laufen wir ca 2 Stunden bis Aguas Caliente. Der Weg führt immer an den Bahnschienen entlang und ist dank der zahlreichen Besucher die auf die überteuerte Bahnfahrt verzichten wollen gut ausgelatscht und nicht zu übersehen.

Entlang der Bahnschienen nach Aguas Calientes

Bereits nach dem ersten Kilometer sind wir froh, die großen Rucksäcke in Ollantaytambo gelassen zu haben und bloß mit Tagesgepäck angereist zu sein, ist es hier doch deutlich wärmer als gestern. Der Weg an sich ist wunderschön, führt durch eine Art Urwald und bietet allerlei Papageien und Pflanzen zum Gucken. Nach 45 Minuten in denen wir uns immer mal wieder Zeit genommen haben Fotos zu machen und den Wald zu genießen (nach 2 Monaten auf  über 3000 Metern freut man sich auch über Wald) erreichen wir KM 117. Links ein Berg, rechts ein Berg … „Das dort oben könnte doch Machu Picchu sein!?“ Tatsächlich, das Reinzoomen in ein Foto räumt sämtliche Zweifel aus. Trotz ungewohntem Blickwinkel, die angelegten Terrassen und der aus dieser Perspektive links liegende Huayna Picchu sind eindeutig. Da oben liegt Machu Picchu und das gucken wir uns morgen früh an!

Wir laufen noch ca 1,5 Stunden bis Aguas Calientes, dem Ausgangsort für unser Machu Picchu Abenteuer.

Aguas Calientes – letzter Stopp vor Machu Picchu

Aguas Calientes ist ein kleiner Ort, abgeschieden von der Außenwelt. Keine Straßenanbindung und lediglich 2000 Einwohner. Ohne Straßenanbindung hieß für uns, dass wir laufen müssen, die 70 $ für das Zugticket haben uns diese Entscheidung allerdings recht einfach gemacht, außerdem war der Weg an den Bahnschienen entlang alles andere als schlimm. Auch wenn im Lonely Planet und überall behauptet wird, dass Aguas Calientes nicht wirklich schön ist und eigentlich bloß aus Betonklötzen und Siffhotels bestehen soll sind wir positiv überrascht, der kleine Ort ist natürlich nicht unbedingt das Schönste was wir bisher gesehen haben, hat mit einem kleinem Fluss der mittendurch fließt aber auch irgendwie was schönes. Nicht so schön sind hingegen die Übernachtungspreise. Wie in jedem Ort mit ähnlicher Übernachtungssituation (wer kommt muss mindestens eine Nacht bleiben) liegen die Preise ca 30-50% über dem peruanischem Durchschnitt.

Morgenstund hat …

Der Weg zu den Ruinen öffnet um 5 Uhr morgens, die eigentlichen Ruinen ab 6 und so heißt es für uns früh aufstehen. Die Nacht endete gegen 4 Uhr, ohne wirkliches Frühstück dafür bewaffnet mit Stirnlampe und einem Rucksack voller Verpflegung machten wir uns auf zum Eingang. Eingang heißt für’s erste, dass wir den Park betreten wollen. Dieser Eingang liegt an einer Brücke (da fahren normalerweise die Busse für die ganzen gut betuchten Menschen drüber, ja ok, wer schlecht zu Fuß ist, ist an dieser Stelle auch entschuldigt) und als wir dort eintreffen warten hier schon ca 10 Personen. Bis um 5 Uhr versammeln sich hier allerdings gute 100 Menschen – alle bewaffnet mit Stirnlampe und Rucksack, wir liegen also voll im Trend. Gegen 4:50 Uhr wird über besagte Brücke noch schnell ein komplett ramponierter Bus Richtung Stadt geschleppt, dieser sei wohl am Tag zuvor von der Straße abgekommen und die Böschung runtergefallen – glücklicherweise war wohl außer dem Fahrer niemand an Board. Wenn wir bis zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Gedanken gespielt hatten, den Rückweg mit dem Bus zu beschreiten, ist dieser Gedanke ganz plötzlich verflogen.

Pünktlich um 5 Uhr öffnen sich die Pforten, es wird noch ein flüchtiger Blick auf das Ticket und den Studentenausweis geworfen und schon sind wir drin. Wer zu Machu Picchu wandern will, sollte sich einer Sache bewusst sein: der Weg ist anstrengend und macht mit Zeitdruck keinen wirklichen Spaß. Für den Bus gibt es hier schön angelegte Serpentinen, wer allerdings Geld sparen will oder einfach eine Grenzerfahrung sucht darf über Treppen nahezu Gradewegs nach oben laufen. Nach 5 Minuten Treppensteigen werden wir von den ersten Extremsportlern überholt, angetrieben den Sonnenaufgang nicht zu verpassen und pünktlich vor Öffnung der Tore oben zu sein, beißen wir die Zähne zusammen und zwingen uns in kleinen Etappen nach oben.

Völlig durchgeschwitzt endet eine der größten Anstrengungen der bisherigen Reise gegen 5:55 Uhr, leider sind zu dieser Zeit auch schon die ersten Busse angekommen und so versammelte sich bereits eine ca 300 Personen große Traube vor dem Eingangsbereich des Machu Picchu. Ach kommt, nach so einer Anstrengung und mit Geburtstagsbonus darf man sich mit ruhigem Gewissen vorne anstellen und als ca 30ster den Park betreten. Die weitweitweg-Ethikkomission hat hier keine Bedenken geäußert.

Sonnenaufgang am Machu Picchu … oder so

Nach einer Stunde Treppensteigen wird man direkt nach dem öffnen des Parks damit belohnt, dass man um den Postkarten-Überblick zu bekommen weiter 5 Minuten Treppen steigen darf. Irgendwie nicht soo cool wenn man seine Kraftreserven vorher schon aufbrauchte. Irgendwie schaffen wir es aber dennoch bis neben das „Haus der Wächter“ – hier bleiben wir die ersten 45 Minuten einfach sitzen, feiern Geburtstag und verfolgen einen schönen Sonnenaufgang Grauverlauf … manchmal läuft’s einfach nicht.

Die vergessene Stadt der Inkas schauen wir uns zusammen mit einer kleinen Gruppe inklusive Guide an – anders als wir haben sie die letzten 5 Tage ausschließlich mit Wandern verbracht, dennoch waren sie nach dem Aufstieg morgens ebenso geschafft wie wir.

Machu Picchu war anders als die bisherigen Tempel auf der Reise, ich weiss nicht ob es an der Location, an dem Aufstieg und dem damit verbundenem „Ui, das habe ich mir aber verdient“-Gefühl oder an den mystisch über den Ruinen hängenden Wolken lag. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus allem, aber als wir durch die Jahrhunderte alten Gebäude aus präzise aufeinander passenden Steinen liefen wurde einem auf seltsame Art und Weise bewusst welche Bedeutung dieser Ort früher mal gehabt haben muss. Wir lassen an dieser Stelle mal Fotos für sich sprechen, macht es doch keinen wirklichen Sinn Gebäude zu beschreiben. Auch wenn die Ruinen heute wie wohl jeden Tag ziemlich voll mit Touristen waren (wir werden das Gefühl nicht los, dass die Ticketbegrenzung auf 2500 Peronen/Tag bloß Wunschdenken und Propaganda ist) findet man abseits der großen Plätze und etwas weiter außerhalb Gassen bzw Terassen ganz ohne Touristen und ein paar grasende Lamas.

Wir blieben ca. 6 Stunden ehe es über den selben Weg zurück nach Ollantaytambo ging. Der Fußweg von Machu Picchu bis Hydroelectrica ist in 3 bis 3,5 Stunden sehr gut machbar. In Hydroelectrica haben wir zu Beginn einige Schwierigkeiten eine passende Mitfahrgelegenheit zu finden – irgendwie scheint hier alles als Kartell zu arbeiten und wer nicht auf irgendwelchen ominösen Listen steht kommt auch nicht mit. Außerdem sind die meisten Fahrer dran interessiert Mitreisende direkt bis nach Cusco zu finden. Mit unserem Gepäck in Ollantaytambo kam dies allerdings nicht in Frage und so nahmen wir die Strecke etappenweise in Angriff. Mit einem Hobbyrennfahrer ging es bis nach Santa Tereza, dort wechselten wir zu einem sich wohl selbst als semi-professionellen Rennfahrer bezeichnenden Taxi-Fahrer und fuhren mit Ihm bis Santa Maria. Diese Strecke (die mit der Schlucht) schafften wir heute wohl in Rekordzeit, jedenfalls wurde überholt was das Zeug hält, auch wenn man nichts sehen konnte weil das vorherfahrende Auto so viel Dreck aufwirbelte, wurde vor jeder Kurve gehupt um zu Signalisieren, dass man auf gar keinen Fall abbremsen würde. Ich wage mal zu behaupten, dass wir ein entgegenkommendes Hupen gar nicht gehört, geschweige denn gesehen hätten. Irgendwie ging aber dann doch noch alles gut und so stiegen wir in Santa Maria in ein Colectivo um die Gipfelüberschreitung und den damit verbunden Weg nach Ollantaytambo hinter uns zu bringen. Mein Knie zierte zu dieser zeit übrigens ein verschwitzter Handabdruck…

Irgendwas hatte irgendjemand gegen uns und so begann es auf nichtmal halber Strecke erst zu regnen und später zu hageln. Der Fahrer war glücklicherweise kein wirklicher Rennfahrer, hatte aber wohl allgemein nicht soo viel Ahnung von Autos und so dauerte es ca 20 Minuten bis er die komplett beschlagenen Scheiben mit der Lüftung bekämpfte. Pünktlich am Gipfel nahm der Regen dann so stark zu, dass die Nebelschlussleuchten eingeschaltet wurden und unser Fahrer sich im Minutentakt anfing zu bekreuzigen… Herzlichen Dank, aber langsamer fahren war wohl ausgeschlossen. So ging es mit 50 km/h, den Scheibenwischern und der Bekreuzigungs-Hand im Dauereinsatz vor jeder Kurve hupend bis nach Ollantaytambo. Auf dieses Abenteuer gönnen wir uns eine Steinofenpizza – man muss sich ja auch mal über die kleinen Dinge im Leben freuen.

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