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von Delfinen und Seelöwenbabys ...

Kaikoura und die Seelöwen

In den vergangenen dreieinhalb Wochen haben wir uns von Christchurch ausgehend an der Ostküste Neuseelands hinunter gearbeitet und sind an der Westküste wieder ganz hoch bis in den Norden gefahren um die Inselumrundung komplett zu machen und damit die Südinsel Neuseelands erstmal „abschließen“ zu können fehlt und nur noch ein kleiner Zipfel. Von Nelson geht es für uns über Kaikoura bis „runter“ nach Christchurch immer dem Highway 1 entlang.

Nach den letzten 2 etwas zu kurzen und unbequemen Nächten im Abel Tasman Nationalpark gönnen wir uns noch 2 erholsame Tage auf Old Macdonalds Farm ehe wir die Küste in Angriff nehmen. Ohne die Region abwerten zu wollen und evtl. auch einfach nur aus Unwissenheit: so wirklich viel zu sehen gibt es zwischen Nelson und Christchurch nicht. Der einzig wirklich interessante Ort ist Kaikoura. Natürlich, die ganzen vorgelagerten Sounds rund um Picton sind wunderschön, mit dem Bulli aber leider nicht wirklich zu erkunden, hätte man hier ein Kayak gehabt, hätten wir bestimmt eine Woche von Strand zu Strand fahren können. Aber so wirklich einladend war das Wetter eh nicht. Wir nehmen also nach einer Nacht Abschied und fahren weiter bis Kaikoura.

Kaikoura und die Seelöwenbabys

Ursprünglich von den Maoris als Fischerdorf gegründet ist Kaikoura heute der Ökotourismus-Vorzeigeort in ganz Neuseeland. Hier kommt man her um Seelöwen, Wale und Delfine zu beobachten. Uns wurde mal wieder eine Kayak-Tour empfohlen, weil noch ein bisschen Zeit war ehe es nach Christchurch zurück ging buchten wir sie prompt. Bookme sei dank zahlten wir für einen halben Tag nur 75$ statt 90$ und damit nur halb so viel wie in Milford, da kann man nicht meckern. Vielleicht.
Schon die Fahrt nach Kaikoura begann tiertechnisch vielversprechend, es regnete zwar mal wieder wie aus Kübeln die zahllos am Straßenrand auftauchenden Seelöwene schien das allerdings weniger zu beeindrucken. Seelenruhig lagen sie am Ufer und zwischen den faul-fetten Erwachsenen tobten einige Jungtiere. Es scheint als hätten alle Seelöwene die selbe Menge an Energie zur Verfügung, nur die Masse, die sie damit in Bewegung setzen müssen variiert, ausgewachsene Tiere bewegen sich nur falls ihnen ein blöder Touri zu nahe kommt. Klingt doch logisch.

Etwas hinter der Half Moon Bay befindet sich der Ohau Stream Walkway, mit etwas Glück kann man hier Seelöwenbabys beobachten wie sie einen Bachlauf hinauf schwimmen um unter einem Wasserfall überschüssige Energie loszuwerden. Auf dem als Highlight der Region empfohlenen Wanderweg haben wir leider kein Glück und sehen nicht einen einzigen Seelöwen. Gut, dass es auf der Kayak-Tour eine „Seelöwengarantie“ gibt.

Rein ins Kayak, rein in die Wellen

Der kommende Tag begrüßt uns mit bestem Wetter, nach der üblichen etwa 1-stündigen Vorbereitungs-Sicherheits-Einfürung sind wir auch schon im bzw. auf dem Wasser. Obwohl die Sonne knallt ist das Meer so rau, dass es zeitweise sogar anstrengend ist vorwärts zu kommen. Wir sind noch keine 5 Minuten auf dem Wasser als vor uns (etwa 30 m) 2 Delfine auftauchen, man sieht sie immer nur kurz, es sind aber ganz sicher Delfine. Unser Französisch-Neuseeländisch besetztes „Beiboot“ bekommt bei dem Anblick fast einen Herzinfarkt. 2 Delfine für 5 Sekunden und dafür Kreischen? Ich weiss ja nicht. Weiter geht es zu den Seelöwenbänken, hier kann ich sagen war ich dann wirklich enttäuscht. Die Seelöwenbänke waren wie ausgestorben, 2 Seelöwen konnten wir sehen. Zwischen den Steinen waren einige Taucher unterwegs, ich frage mich ob sie wohl mehr gesehen haben. Wir paddeln noch einmal Richtung offenes Meer, genießen die großen Wellen und machen uns auf den Rückweg. Ich weiss, dass niemand etwas dafür kann, wenn wir auf der Seelöwen-Kayak-Tour nur 2 Seelöwen sehen. Wenn keine 3 km die Straße weiter hinunter aber eine der größten Seelöwenkolonien ganz Neuseelands beheimatet ist, ist die Tour ihr Geld nicht wirklich wert.

Natürlich ist es immer schön Tiere in freier Wildbahn zu sehen, die Tatsache, dass ich in Mexiko für umgerechnet 1/10 aber x-fach so viele Delfine sehen kann lässt mich nicht so wirklich überzeugt sein. Ja ich gebe zu, das klingt verwöhnt und evtl sind wir das nach knapp einem Jahr auch. Man vergleicht aber immer wieder Landschaften, Touren oder auch Menschen miteinander, selbst wenn sich das alles nur sehr schwer Vergleichen lässt. Neuseeland ist nicht Mexiko und die Natur ist kein Zoo. Glücklicherweise nicht.
Für uns geht es jetzt weiter nach Christchurch, hier geben wir unseren Camper ab und fliegen auf die Nordinsel, nach Wellington.

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