ein länderübergreifender Regenbogen
atemberaubende Schlucht zwischen Brasilien und Argentinien

Die Iguazú Wasserfälle

Die Iguazú Wasserfälle mit insgesamt 2,7 km breiten und bis zu 82 Meter hohen Wasserfällen erstrecken sich über einen Teil der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Paraguay liegt zwar in unmittelbarer Nähe hat von dem ganzen Spektakel allerdings reichlich wenig. Die Iguazú Wasserfälle teilen sich also zwischen Argentinien und Brasilien, was dazu führt, dass jedes Land Eintritt für seine jeweilige Seite verlangt. Wir haben mit mehreren Reisenden gesprochen und alle waren der Meinung, dass man sich auch wenn es kein günstiger Spass ist auf jeden Fall beide Seiten ansehen sollte.

Es gibt für den Namen der Wasserfälle übrigens 3 Schreibweisen: Iguazú, Iguaçu und Iguassu. Wir haben uns hier (außer bei den Ortsnamen) auf die erste geeinigt.

Die brasilianischen Iguazú Wasserfälle

Nach 15 Stunden Busfahrt, inklusive kaputten Stoßdämpfern (in so einem Reisebus kann man ganz schön fliegen) und zu späteren Zeitpunkt auch defekter Elektronik was dazu führte, dass wir mitten in der Nacht aussteigen und den Bus wechseln durften, kamen wir morgens gegen 6 Uhr in Foz do Iguaçu an. Verglichen mit den beiden vorangegangenen Städten ist Foz do Iguazú ein kleines Städtchen im brasilianischen Grenzgebiet zu Argentinien und Paraguay. Wir beziehen unser Zimmer, machen uns über das diesmal zur Abwechslung wirklich reichhaltige Frühstücksbuffet her und sind schon wieder auf dem Sprung.

Und so sitzen wir also in einem Linienbus zur brasilianischen Seite und sind erstmal ein wenig erschrocken als wir die Eintrittspreise von ca 25 $ sehen. Für dieses Geld ist dann aber auch eine ca 10-minütige Busfahrt zu den Wasserfällen inklusive. Na dann! Mit dem Bus geht es vorbei an zwei zusätzlich zubuchbaren Wanderwegen bis zur Endstation. Von hier führte uns ein kleiner recht unscheinbarer Weg durch den Wald, zu einer kleinen Aussichtsplattform, von hier sieht man Argentinien und einen Teil der Wasserfälle. Ich muss dazu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt zwar schon dachte whoaa, die sind aber ganz schön groß – im Hinterkopf aber noch immer die 25 $ Eintritt aufleuchteten. Wir machten ein paar Fotos und gingen den Weg weiter.

Es folgten noch 3-4 Aussichtspunkte, alle sehr nett und teilweise recht nass bis wir die eigentliche Hauptattraktion der brasilianischen Seite entdeckten. Den devils throat (den Teufelsschlund) – diese  Schlucht ist mit 150 Metern Breite und fast 700 Metern Länge die Größte der Iguazú Wasserfälle. Um auch wirklich in den Teufelsschlung blicken zu können gibt es hier einen begehbaren Steg an dessen Ende man nahezu umgeben von Wasserfällen steht. Links-vorne der Teufelsschlund unter einem einer hinter einem auch und überhaupt –  man wird nass, es ist laut eben genau so wie man sich die Größten (breitesten) Wasserfälle der Welt vorstellt. Wunderschön, nass und beeindruckend.

Nach dieser ordentlichen Wäsche setzen wir uns ein bisschen  in die Sonne und gucken dem Wasser beim Fallen zu – irgendwie hypnotisierend wie diese gewaltigen Wassermassen hier in die Tiefe stürzen.

Auf nach Argentinien

Die argentinische Seite und damit den Ort Puerto Iguazú erreichen wir am nächsten Tag, wie sollte es anders sein mit dem Bus, nicht mit irgendeinem Bus, nein mit einem Linienbus – aus Foz do Iguaçu fahren sowohl Linienbusse nach Argentinien als auch nach Paraguay. An der Grenze holen wir uns unseren Ausreisestempel, warten auf den nächsten Bus überqueren den Rio Iguaçu, bekommen unseren Einreisestempel und sind offiziell in Argentinien.

Argentinien empfängt uns so, wie man sich Argentinien wünscht vorstellt mit gutem Fleisch, gutem Wein und gutem Wetter. Kurzum hier ist es wirklich schön und auch wenn wir nur wenige Kilometer zurückgelegt haben fühlt man doch direkt, dass man hier in einem anderen Land ist. Die Tatsache, dass wir hier endlich wieder Spanisch sprechen können und uns so zumindest etwas verständigen können tut ihr übriges (hätte mir vor 4 Monaten mal jemand gesagt „eines Tages wirst du noch froh sein endlich wieder spanisch sprechen zu können“ …)

Für die kommenden 3 Nächte haben wir uns bei Cabanas Luces de la Selva einen kleinen Bungalow mit Küche gemietet (30$ / Nacht) mitten im Dschungel mit Pool direkt vor der Tür – passt schon :) Ach ja, und ein tolles Frühstück wurde uns jeden Morgen an die Haustür gebracht …

Die argentinischen Iguazú Wasserfälle

Wasserfälle von oben, wie spannend kann das denn bitte sein? Da sieht man doch gar nichts! Ich hatte wirklich keine hohe Vorfreude Erwartung an die argentinische Seite der Iguazú Wasserfälle –  es mag daran gelegen haben, dass unser Besuch auf der brasilianischen Seite gerade mal 48 stunden zurücklag. Oder daran, dass es auch in Argentinien schwer fällt sich aus dem Bett zu bewegen wenn es am Vorabend eine Flasche Rotwein gab. Man weiss es nicht.

Nach einem wirklich gutem Frühstück, sah die Sache dann aber schon anders aus und so machten wir uns auf den Weg zu den Wasserfällen. Anders als die brasilianische Seite gibt es auf der argentinischen eine Art Besuchercenter – hier erhält man allerlei Infos und eine Karte mit allen angelegten Wanderwegen. Auch anders als in Brasilien ist hier wirklich alles inklusive. Anstelle des brasilianischen Buses gibt es hier eine Eisenbahn mit 3 Stationen, welche die Besucher an den jeweiligen Ausgangspunkt der einzelnen Trails bringt. Wir entscheiden uns dazu zu Beginn unserem alten Freund dem Teufelsschlund einen Besuch abzustatten ehe es evtl später voller werden würde. Es geht also mit der Bahn bis zur letzten Station und von dort aus auf einer Art Brücke Steg für 1,1 km über den Paranà bis zum Teufelsschlund.

Auch wenn ich heute Morgen noch meine Zweifel hatte, sind diese jetzt schon komplett verflogen, Wasserfälle können auch „nur“ von oben betrachtet spannend sein, jedenfalls wenn sie wie hier ein 270° Panorama bilden. Die hinunterstürzenden Wassermassen ziehen einen direkt in ihren Bann und würde man nicht durch die aufgewirbelte Gischt immer mal wieder ordentlich nass werden, man ich würde es wohl länger hier aushalten. So machen wir uns mal wieder mit gut durchnässten Klamotten auf den Weg zurück zum Ufer, sind ja nur 1100 m :-) Glücklicherweise kommt die Sonne passend raus, so dass wir nach einem Fotoshooting (mit stinkenden Coatis auf dem Steg) schon fast wieder Trocken sind ehe wir wieder in die Bahn steigen.

Nach diesem nassen Erlebnis entscheiden wir uns dazu als nächstes den so genannten Upper Trail (den Wanderweg oberhalb der meisten Wasserfälle) in Angriff zu nehmen. Er führt wie der Name schon sagt oberhalb der meisten Wasserfälle entlang, verlaufen kann man sich nicht, denn wie vorher besteht auch dieser Weg bloß aus einem Steg oberhalb des Flusses. Weil ich nicht weiss was ich noch weiter dazu sagen soll außer dass sich jeder Meter gelohnt hat – schaut euch einfach die Fotos an.

Für Abkühlung am Nachmittag sorgte dann nochmals der Lower Trail. Hier genießen wir ein weiteres mal unglaublich schöne Natur und eine letzte kalte Dusche, ehe es für uns zurück geht.

Welche Seite der Igauzu Wasserfälle lohnt sich mehr?

Wie alle Reisenden die wir vorher gefragt hatten können wir diese Frage auch nur mit einem klaren „Beide!“ beantworten, Die beiden Seiten sind einfach so unterschiedlich, dass man wirklich versuchen sollte beide zu sehen. Auf der brasilianischen gibt es den wohl besten Gesamtüberblick, ein wunderschönes Panorama und die wohl Beste Outdoordusche der Welt. Während man auf der argentinischen Seite einfach näher dran ist, und wirklich viele unterschiedliche Wasserfälle aus nächster Nähe betrachten kann.

Wieviel Zeit sollte man für die Igauzu Wasserfälle einplanen?

Das kommt darauf an, was man machen möchte, wenn ihr auf der brasilianischen Seite den angebotenen 9 km Hike machen wollt solltet ihr wahrscheinlich schon einen Tag einplanen, in der Regel ist die brasilianische Seite aber in 2-4 Stunden zu schaffen.

Auf der argentinischen Seite sollte man schon etwas mehr Zeit mitbringen, natürlich kommt es hier auch darauf an, was man sehen möchte. Die angelegten Wanderwege sind allerdings so weitläufig, dass man mindestens 6 Stunden einplanen sollte. Für alle mit viel Zeit bietet die argentinische Seite auch die Möglichkeit für einen zweiten Tag nur die Hälfte an Eintritt zu bezahlen.

Und nach Möglichkeit sollte man die Parks natürlich bei Sonnenschein besuchen, denn dann steht man in der wohl größten Regenbogen-Fabrik überhaupt ;-)

 

 

Kommentare
2 kommentare zu “Die Iguazú Wasserfälle”
  1. Heike sagt:

    WOW !!!!!!

  2. Schneider sagt:

    Hallo Ihr beiden,

    echt mal tolle Bilder und ein sehr informativer Bericht. Vielen Dank dafür. Meine Frau und ich waren auch schön öfter an den Iguazu Wasserfällen. Insgesamt 8- mal. Wir leben auf der paraguaischen Seite und führen unsere Besucher öfter mal in dieses Naturspektakel. Wenn Ihr mal Lust hab, könnt ihr mal auf unserem Blog reingucken: http://vaguss.com/6-insidertipps-wasserfaelle-von-iguazu-karte-anreise/

    Ich bin schon auf weitere Berichte von Euch gespannt.

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