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Der Fluch der Karibik

Cartagena und die Karibikküste

Cartagena und der gesamten Karibikküste Kolumbiens eilt ihr guter Ruf voraus – bunte Kolonialstadt, einsame Strände und bestes Wetter! Hier hatte es uns schon so lang, seit den eisigen Nächten in Bolivien hingezogen nun sollten wir endlich in diesem Paradis ankommen.

Von Medellin hatten wir die Wahl eine 12 bis 15-stündige Busfahrt zu bestreiten oder für 10 US$ mehr in einen Flieger zu hüpfen – leichte Wahl! Wir fliegen mit Avianca für etwa 65 Euro und sind innerhalb von einer Stunde am Ziel. Während wir in Medellin ein angenehm trockenes Klima hatten schlägt uns Cartagena mit einer unglaublichen Luftfeuchtigkeit direkt ins Gesicht. Wir hatten vorher schon davon gehört, aber so voll bepackt mit unseren Rucksäcken auf der Suche nach dem Bus in Richtung Zentrum fühlt es sich dann direkt noch einmal extremer an.

Hostelsuche in Cartagena

Wir ergattern einen Stehplatz im ohnehin schon überfüllten Bus und kommen nach etwa einer halben Stunde im Zentrum von Cartagena an. Als Anhaltspunkt haben wir nur die Straße „Media Luna“ in der es die meisten günstigen Unterkünfte und Hostels geben soll, gebucht haben wir nichts. Leider sind wir etwas zu spät ausgestiegen und machen uns nun mit Sack und Pack auf den Weg einmal quer durch die „Walled City“, der Altstadt die von der markanten Stadtmauer umschlossen liegt, denn unsere Straße liegt genau auf der entgegengesetzten Seite … Die bunten Häuser und verwinkelten Gassen sind wunderschön, aber in unserer Situation können wir ihnen leider nur wenig Beachtung schenken. Bei einigen Hotels fragen wir nach Verfügbarkeit und Preisen doch recht schnell wird klar, dass wir uns hier keine Bleibe leisten können oder wollen. Wir verlassen die Altstadt und betreten einen kleinen Platz mit freundlichen Einheimischen von denen einer uns direkt bei der Hostelsuche helfen möchte (natürlich nur bei den Hostels von denen er eine Provision erhalten wird). So wirklich können wir Adolfs Hilfe (so stellt er sich vor nachdem er erfahren hat, dass wir aus Deutschland kommen …) nicht ablehnen und machen uns mit ihm auf den Weg. An vielen Unterkünften laufen wir vorbei bei denen wir normalerweise gern gefragt hätten, aber Adolf versichert uns ein ganz tolles und günstiges Hostel – ok weiter geht es bei drückender Schwüle und voll beladen.

Unser potenzielles Zimmer wäre tatsächlich sehr günstig, fällt aber für mich direkt durch da es kein Fenster hat. Ohne Fenster geht für mich so gar nicht. Adolf erklärt uns, dass es so gut wie keine Zimmer in Cartagena mit Fenster gibt. Mmmh, nein wir suchen weiter!

Nach einigem erfolglosen Suchen biegt er mit uns von der „Media Luna“ ab und wir landen in einer Straße mit vielen leicht bekleideten Damen. Und tatsächlich werden wir in dieser Straße für 3 Nächte schlafen. Unsere neue Bleibe ist klein, hübsch und hat sogar ein Fenster. Und das Beste: sie hat eine Klimaanlage! Normalerweise lassen wir diese Geräte immer aus, aber hier wäre alles andere schwer zu ertragen gewesen. Selbst die 28 Grad der Klimaanlage erscheinen uns kalt.

3 Tage durch verwinkelte Gassen

Unsere 3 Tage in Cartagena verlaufen alle nach einem ähnlichen Muster. Wir stehen jeden Morgen recht früh auf und gehen in ein kleines deutsches Café, das „Kato Negro“ in dem es ein gutes Frühstück gibt, anschließend geht es durch die schöne Altstadt. Es gibt in Cartagena nicht „die“ Attraktion, vielmehr ist die „Walled City“ an sich ein Highlight. Wir schlendern durch die kleinen Gassen mit bunten Häusern oder auf der Stadtmauer entlang, gönnen uns mal einen Frozen Yoghurt, mal einen Fruchtsalat ehe es uns zu warm wird. Gegen Mittag zieht es uns dann immer wieder zur „Siesta“ in unsere kühle Unterkunft zurück bis es sich Abends etwas abgekühlt hat und wir uns wieder heraustrauen können.

Die Nächte in Cartagena sind wunderschön. Die Stadtmauer und Häuser werden in warmem Licht angestrahlt und es scheint als würde die Stadt nun erst richtig erwachen. Wir hören Straßenmusiker, sehen Pferdekutschen durch die Straßen ziehen und an einem Abend erstrahlt die Stadt zusätzlich noch unter einem Feuerwerk – einfach schön!!

Bahia Concha – ¡Vamos a la Playa!

Nach 3 Tagen Cartagena zieht es uns weiter nach Santa Marta, einem kleinen Küstenort. Der Ort ist nicht schön und das Klima ist ähnlich wie das in Cartagena. Die 2 Ventilatoren in unserem Zimmer laufen auf Hochtouren und bringen trotzdem keine wirkliche Erfrischung. Für uns ist Santa Marta allerdings auch nur der Ausgangspunkt für einen Ausflug zum Bahia Concha (Muschelstrand) der ersten Bucht des Tayrona Nationalparks die sich auch für einen Tagesausflug lohnt.

Lisandro, der das Mango Hostal leitet, organisiert uns einen Fahrer, er bringt uns in einer knappen Stunde zum Strand und holt uns auch Abends wieder ab. Der Strand ist einsam, wir sind offenbar die einzigen Touristen die sich mit ein paar Einheimischen an diesem Fleckchen aufhalten. Die meisten sind hier zum Fischen, ein paar wollen uns eine Liege oder Sonnenschirm vermieten und ein Mann würde uns gern für heute Mittag einen Platz in seinem Restaurant reservieren. Die Plätze in seinem Restaurant werden aber wohl kaum belegt sein und es geht ihm eher darum zu wissen wie viele Fische er für heute auftreiben muss. Wir lehnen dankend ab da wir unseren Mittagssnack, bestehend aus Bananen, Melone und Keksen, schon in der Tasche haben.

Der Strand ist kein typischer Karibik-Traumstrand aus dem Bilderbuch. Hier gibt es keine Palmen und das Wasser ist nicht türkisblau, aber es ist dennoch wunderschön. Wir beobachten die Fischer die ihre Netze einholen, was jedes mal eine große Aufregung am ganzen Strand bedeutet. Sobald einer das Signal gibt kommen alle Männer angerannt und helfen, der Fang wird anschließend unter allen aufgeteilt.

Drei einheimische Jungs haben es auf Jan abgesehen und rekrutieren ihn zum Planschen, Schnorcheln und durchs Wasser werfen während ich mir zum ersten mal seit Panama die Sonne auf den Bauch scheinen lasse. Seit langem haben wir hier mal wieder einen richtig faulen und entspannten Tag – Reisen ist ja auch echt kein Urlaub …

Solltet Ihr Fragen zu diesem Bericht oder zu unserer Reise im Allgemeinen haben freuen wir uns über eure Fragen und Kommentare!

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