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5 Tage in der schönen Kolonialstadt

San Cristobal – bunt und lecker

San Cristobal heißt mit vollständigem Namen San Cristobal de las Casas und liegt auf 2100m Höhe im südlichsten Bundesstaats Mexikos Chiapas. Durch die Höhe war es mir direkt bei unserer Ankunft sympathisch, angenehme Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad jedoch ohne die übliche Luftfeuchtigkeit. San Cristobal ist genau wie Oaxaca und Puebla sehr kolonial aufgebaut, das heisst auch hier haben wir viele bunte Häuser, einen zentralen Platz in der Mitte der Stadt und viele kleine verwinkelte Straßen.

Für uns war San Cristobal als Stadt das bisherige Highlight auf der Reise, hier wird das koloniale Stadtbild durch junge und jung gebliebenen Menschen ergänzt, man findet unzählig viele schicke Bars und Cafés und auch kulinarische Wünsche lassen sich hier in jeder Hinsicht erfüllen. Es gibt wirklich viele vegetarische Restaurants, allerlei europäisches Essen aber auch viel typisch mexikanisches. Aus unerklärlichen Gründen ist hier auch der Wein relativ günstig, so gibt es ein Glas Wein inklusive einem Stückchen belegtem Baguette bereits ab 1 € – das lässt sich doch aushalten.

Schokolade – Das leckere Erbe der Maya

Von Ben und Sera wurde uns neben unserem Hostel der Posada del Abuelito auch noch dringlich dazu geraten unsere eigene Schokolade herzustellen. „Seine eigene Schokolade kann man sich doch auch in der bunten Schokoladenwelt in Berlin zusammenstellen, dafür müsst ihr doch gar nicht nach Mexico.“  Nein, hier geht es um die wirkliche Herstellung also nicht nur darum irgendwelche Zutaten in eine Form zu pressen. Zu diesem Zweck besuchen wir zusammen mit 2 Österreichern, der Rosa und dem Flo, das Kakaomuseum. Dort haben wir eine kurze Einweisung und Erläuterung in die Kakaoherstellung, sowie die Geschichte, den Anbau und den Verbrauch erhalten (Deutschland liegt auf Platz 2 der internationalen Kakaoverbraucher, direkt hinter Amerika. Wenn man allerdings den pro Kopf Verbrauch berücksichtigt führen wir – ich weiss nicht, ob das gut oder schlecht ist) und dann ging es auch schon los.

Damit die Herstellung auch an einem Tag machbar war, begannen wir direkt mit getrockneten Kakaobohnen. Zu allererst mussten wir uns 600g Bohnen zusammensuchen (jawoll die werden von Hand aussortiert) alles was runzelig aussieht ein Loch aufweist oder aus irgendwelchen sonstigen Bedenken nicht genommen werden will, fliegt raus. 600g feinste Kakaobohnen aussortieren dauert für 4 ungeübte Europäer etwa 10 Minuten. Als nächstes müssen unsere Premiumbohnen geröstet werden. Dabei ist es wichtig, dass sie ständig in Bewegung bleiben um nicht anzubrennen. Anschließend wird die dünne Haut entfernt (das ist ähnlich wie bei Erdnüssen, bloß kann man diese Haut bei Kakaobohnen erst nach dem Rösten entfernen). So, jetzt wo alle Bohnen schön sauber sind und bereits richtig lecker nach Kakao riechen geht’s ans Eingemachte, die Bohnen werden mithilfe eines Fleischwolfs schön fein gemahlen. Für 600g wechseln wir 4 uns immer mal ab, wobei Flo und ich uns einen Großteil der Arbeit teilen und die Frauen nach ein paar Umdrehungen keine Lust mehr haben (genau wie wir, aber einer muss es ja machen). Wir entscheiden uns eine natürliche Schokolade herzustellen, verzichten also auf Milch und zusätzliche Geschmacksverstärker. An unsere Schokolade kommt nur Zucker (100%ige Schokolade schmeckt zu bitter). In einem Mischungsverhältnis von 60% Schokolade und 40 % Zucker wird die ganze Menge nochmals schön durch den Fleischwolf gedreht – diesmal soll es allerdings etwas schneller gehen, schließlich sollen sich die Schokolade und der Zucker auch gut mit einander verbinden. Na schönen Dank, nach 5 Wochen reisen wird es hier das erste mal richtig anstrengend, immerhin entschädigt das Resultat für die Mühen. Nach dem zweiten Fleischwolf-Durchgang ist unsere Schokoladenrohmasse auch soweit fertig, denn auch wenn jede weitere Fleischwolfbehandlung die Schokolade noch zarter machen würde steht für uns fest, dass unsere Schokolade auch nach nur 2 Durchgängen schon zu den Besten der Welt gehört. Die Schokoladenmasse wird im Wasserbad erwärmt und anschließend in 250g-Formen gefüllt. Der Rest wird zu Trinkschokolade mit Schuss verarbeitet und direkt vor Ort vernichtet. Schokoladenherstellung ist anstrengend aber spaßig und lohnenswert.

Das Wahrzeichen Chiapas: Cañón del Sumidero

Auch lohnenswert ist ein Besuch im Cañón del Sumidero, das jedenfalls hatten uns Flo und Rosa berichtet. Für uns hieß das also früh aufstehen, schnell etwas vom selbstgebackenem Brot im Hostel futtern und ab in den Minibus. Die Fahrt zum Canyon dauert aus San Cristobal etwa 1,5 Stunden und führt durch weitgehend schöne Natur. Angekommen im Canyon mussten wir feststellen das wir noch gar nicht im Canyon sind, sondern etwas außerhalb an einer Touristen-Verladestation. Es heisst also Schwimmweste an, rauf aufs Boot, alle Plätze besetzen und los gehts. Noch bevor wir den eigentlichen Canyon erreichen sehen wir große Krokodile, allerlei Vögel und größere Echsen. Das heisst die Hände bleiben im Boot. Wir fahren etwa 1,5 Stunden in die eine Richtung vorbei an teilweise wirklich hohen Felsen, beeindruckender Natur und leider viel zu viel Plastikmüll.

Die Sache mit dem Müll verstehe ich nicht so wirklich, wird doch am Eingang eine Umweltpauschale von 29 Pesos erhoben, warum wird dieses Geld denn bitte nicht dafür genutzt die Umwelt auch sauber zu halten? Blickt man über den Müll mal hinweg ist der Canyon allerdings wirklich schön und die zum Teil rasante Bootsfahrt ist auch ganz unterhaltsam. Auf dem Rückweg wird noch kurz in einem kleinem Ort angehalten, hier gab es für uns nichts wirklich Spannendes außer evtl. ein Getränk aus Mais und Kakao –  sah aus wie Pfützenwasser (schmeckte zugegebenermaßen gar nicht so schlimm), hat mir allerdings recht ordentlich den Magen verdorben. Jetzt gute 8 Tage später ist aber auch alles wieder gut.

Kommentare
2 kommentare zu “San Cristobal – bunt und lecker”
  1. Pierre Heumann sagt:

    Hi mein Bruder da seit ihr weit oben vergesst uns nicht und das lipper Land

  2. Nrng das Süße Zeug mit ;-) wir brauchen es, Genießt die Zeit ihr 2

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