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Willkommen im grünen Paradies

Der Nebelwald von Monteverde

Natur, Natur, Natur, dazu ein bisschen Abenteuer, wilde Tiere, viele Wanderwege und jede menge netter Menschen. So oder so ähnlich könnte man versuchen die Region Monteverde in ein paar Wörtern zu komprimieren. Da das aber bei Weitem nicht reicht um Monteverde zu beschreiben, versuchen wir es mal von vorne.

Einreise von Nicaragua nach Costa Rica

Aus Ometepe geht es für uns weiter Richtung Costa Rica, wir machten uns morgens gegen 6 auf den Weg zum Hafen, entschieden uns diesmal jedoch für ein kleines Boot und nicht für die große Fähre. Das Boot war überraschenderweise günstiger als die Fähre, brauchte allerdings auch etwas länger und fährt wohl erst wenn es wirklich voll ist. Vom Hafen in San Jorge geht’s mit dem Taxi zurück nach Rivas und auf magische Art und Weise wussten die Busfahrer schon, dass wir zur Grenze wollen … jedenfalls war es der erste Ort bzw der erste Bus der uns angeboten wurde. Wir besorgten schnell noch etwas zu Essen ehe wir uns von der Chicken Bus Crew viel zu viel Geld (4 $ p.P) aus der Tasche ziehen lassen. An der Grenze zu Costa Rica wird auch versucht uns alles mögliche anzudrehen, von kleinen weißen Zettelchen die man zur Einreise benötigt bis hin zu Bustickets die man angeblich auch zur Einreise nach Costa Rica benötigt ist alles dabei.

Die Sache mit dem Weiterreiseticket für Costa Rica …

Wenn ihr mal irgendetwas hört von wegen: „Ihr braucht ein Weiterreiseticket, sonst dürft ihr nicht einreisen.“ Macht euch keinen Stress, tut einfach so als würdet ihr einen Flug online buchen, tragt alles wichtige wie Namen usw. ein, macht einen Screenshot und brecht den ganzen Vorgang dann ab, diesen Screenshot packt ihr auf euer Handy und zeigt ihm bei Verlangen vor. Ganz ehrlich den Menschen an der Grenze ist das doch total Wumpe wo ihr hinwollt, sie müssen einfach nur danach fragen. Achtet bei sowas darauf, dass euer Abflugtermin nicht am nächsten Tag bzw in 2 Wochen ist, wenn ihr aber eigentlich 3 Wochen in dem Land bleiben wolltet. Wenn es blöd läuft trägt der Beamte ein, dass eure Aufenthaltsdauer nur x-Tage beträgt und dann müsst ihr nachher ausreisen obwohl ihr kein Weiterreiseticket habt.

Bei unser Einreise hat es wirklich niemanden interessiert, ob das jetzt Glück war oder nicht weiß ich allerdings nicht. Wie dem auch sei: „Hallo Costa Rica!“

Hallo Costa Rica, hallo Monteverde

Hinter der Grenze ist auf einmal alles ganz anders, es gibt richtige Ticketschalter für den Bus, das Essen kostet direkt das doppelte wie noch 20 Minuten zuvor, unser Geld ist direkt viel weniger wert … Nur eins hat sich noch nicht geändert die Sache mit der Hitze, aber deshalb geht‘s jetzt ja auch in die Berge nach Monteverde. Wir kaufen ein Busticket nach San Jose für 9 $ steigen jedoch auf halber Strecke in Irma aus und warten auf einen „Linienbus“ nach Monteverde. Diese Strecke wird nur zwei Mal am Tag befahren, einmal um 10 Uhr morgens und einmal um 15 Uhr. Wir kommen um 14.45 Uhr an und erwischen den zweiten und letzten Bus für heute – Glück gehabt! Dieser Linienbus schafft es auf seltsame Art und Weise mehr Menschen zu befördern als die meisten Chicken Busse in denen wir bisher mitgefahren sind, außerdem sind gefühlt 60 % der Insassen Deutsche. ¿QUE? – ach macht ja nichts.

Wir erreichen Santa Elena (das Dorf am Monteverde Nationalpark) nach mehreren Stunden auf Feldwegen, bei denen ich gedacht hätte, dass Linienbusse NIEMALS darauf fahren würden.

Für die nächsten Nächte bleiben wir im Hostel Casa Tranquilo, welches zwar seinem Namen (Tranquilo bedeutet soviel wie leise bzw still) nicht unbedingt gerecht wird, ansonsten aber superhübsch ist und eine ganz vernünftige Küchenzeile zur Verfügung stellt.

Der Nebelwald von Monteverde

Der Nationalpark von Monteverde ist mit 105 km² im Vergleich zu anderen Naturschutzgebieten nicht wirklich richtig groß, klein allerdings auch nicht. Er liegt zwischen 1400 und 1700 Höhenmetern, wodurch sich hier einer der wenigen natürlichen Nebelwälder finden lässt. Von Nebelwald spricht man wohl immer dann, wenn ein Großteil des Regens nicht durch „normalen Regen“ wie wir ihn kennen den Erdboden erreicht sondern vielmehr dadurch, dass ein Gebiet nahezu konstant in den Wolken hängt (hier macht der englische Begriff Cloud Forest viel mehr Sinn als Nebelwald) und die Pflanzen dadurch mit Wasser versorgt werden. Konkret reden wir in Monteverde von ca 3000 mm Niederschlag pro m² im Jahr. Bielefeld kommt auf ca 1000 mm und das auch nur in verregneten Jahren. Nur 2% des kompletten Waldbestands der Welt gilt heute noch als Nebelwald, Tendenz stark abnehmend. (Nur für den Fall, dass das mal jemand von euch wissen will)

Durch den ganzen Niederschlag (der ja im eigentlichen Sinne gar keiner ist …) gibt es in Monteverde unglaublich viel Grün, wunderschöne Natur und eine wirklich große Tierwelt. Außerdem hat Monteverde erkannt, dass man mit Tourismus wirklich gutes Geld verdienen kann. Für Adrenalin Junkies wird hier der höchste Bungee-Jump Zentralamerikas sowie die längste Canopy Strecke (1,5 km) angeboten, Naturfreunde finden etliche schöne Trails und Parks und wer es noch ruhiger mag besucht einfach die Monteverde Cheese Factory (super Milch Shakes!!) ;-) Kurzum Monteverde hat für jeden etwas zu bieten.

Ein Ficus wie er im Nebelwald steht

Ihr erinnert euch an die Love Trees? Die Bäume die einen anderen Baum „umarmen“, bis der umarmte schließlich abstirbt, umkippt und damit auch den anderen in den Tod reist? Diese Bäume gibt es hier auch, allerdings kippen sie hier nicht immer um (ich weiss auch nicht, ob sie das in der Regel tun oder es eben nur immer mal wieder vorkommt). Jedenfalls gibt es in Monteverde jede Menge interessante Bäume. Die beiden Bäume hier sind relativ versteckt im Wald, aber mit ein bisschen Suchen und Fragen sind sie ganz gut zu finden.


Bei diesen Bäumen handelt es sich um einen Ficus bzw mehrere Fici (ja der Duden sagt das ist ok), auch bekannt als Benjamini, das tropische Klima lässt sie allerdings etwas größer werden als bei uns im Wohnzimmer. Wenn ihr euch Fragt, wie ein Baum denn bitte darauf kommt seine Wurzel über einen Fluss wachsen zu lassen, heiße ich euch willkommen in Jans kleiner Pflanzenkunde: Der Ficus, Benjamini, oder in unserem Fall der Ficus macrophylla (ich hoffe dass es wirklich richtig ist) gehört zur Gattung der Feigen-Gewächse welche sich in bis zu 1000 Unterarten aufsplitten lässt. Der Ficus macrophylla trägt auch eine Art Feigen als Frucht, diese Frucht wird von vielen Tieren gefuttert und irgendwann kommt sie irgendwo auf natürlichem Wege wieder ans Tageslicht. Dadurch, dass es in Monteverde so viel nichtregnet-regnet fangen diese nicht verdauten Früchte an zu keimen, ihnen ist dabei egal ob sie auf einem Stein, auf dem Waldboden oder eben auf einem Ast liegen. Das bedeutet der Ficus wächst in einigen Fällen von oben nach unten. Sobald er sich mit seinen Wurzeln einen sicheren Halt verschafft hat, fängt er an mit vielen weiteren dünnen Wurzeln nach noch mehr Halt und noch mehr Wasser zu suchen. Wenn sie irgendwas erwischen beispielsweise einen Baum halten sie sich fest und ranken an ihm nach unten. So entstehen, diese lustig umwachsenen Bäume die dann früher oder später erdrückt bzw erstickt werden und absterben. Die Wurzel über dem Fluss ist vor langer Zeit mit einem Durchhänger gestartet, der Wind hat sie einfach auf die „falsche Seite“ des Flusses getragen, mit der Zeit wurde sie dann immer dicker und kräftiger, was dazu führte, dass sie „wegknickte“ und – ja das war es auch schon. Schnell noch ein paar neue Wurzeln dran, immerhin fließt da unten Wasser und davon kann der Ficus ja nicht genug bekommen und schon haben wir eine natürlich gewachsene „Baumbrücke“. Ich hoffe ihr findet das auch nur ansatzweise so interessant wie ich :-)

Wandern in Monteverde

Cerro Amigos: Monteverde bietet gefühlte 100 Wanderrouten zur Auswal, einige führen durch private Reservate und kosten Eintritt andere sind umsonst. Eins aber haben sie alle gemeinsam: Es gibt viel zu sehen, mit etwas Glück sogar Faultiere und andere Dschungelbewohner. Wir entschieden uns für eine kostenlose Route mit dem verlockenden Namen „Cerro Amigos„. Eigentlich handelt es sich dabei nur um einen sehr steilen und anstrengenden Feldweg, hoch zu mehreren großen Fernseh-Antennen. Wir sehen nicht wirklich viele Tiere, sind aber trotzdem froh als wir nach etwa zwei Stunden endlich oben sind. Leider ist die Aussicht nicht so wirklich gut (was allerdings am Wetter liegt, nicht daran, dass man generell nichts sehen könnte). Wir verbuchen die Wanderung unter: „Kann man mal machen, muss man aber nicht empfehlen“.

Night Walk: Was wir in Monteverde allerdings unbedingt empfehlen können ist ein Night Walk, sprich eine geführte Tour nach Sonnenuntergang.  Wir Wandern mit unserem Guide und ca 10 anderen Reisenden bewaffnet mit Taschenlampe durch den Nebelwald und haben wohl unglaubliches Glück (ich weiss nicht ob die Guides sich nicht evtl einfach jedes mal so freuen, um den Kunden das Gefühl zu geben, dass sie wirklich großes Glück haben genau heute genau hier zu sein). Wir sehen direkt zu Beginn eine hoch giftige, grüne Schlange, welche sich auf einer Bananenpflanze in die Luft streckt. Für uns ein wirklich schönes Tier für unseren Guide: „unbelievable amazing…“

Weiter ging es mit einem wirklich seltenem Tier, einem Kinkajou oder um es niedlicher zu schreiben einem Honey Bear. Wirklich selten zum einen weil unser Guide ihn wohl schon eine Woche nicht gesehen hat zum anderen leider aber auch weil er vom Aussterben bedroht ist. Weiter geht’s mit mehreren Orlingos, einem Faultier weit oben im Baum, einer orange-kneed Tarantel, vielen Ameisen, einem Frosch mit roten Augen (leider haben wir in ganz Costa Rica keinen wirklich typischen Rotaugen-Fotolia-Frosch gesehen) und jeder Menge anderer Tiere. Wenn ihr mal in Monteverde seid lohnen sich die 25 $ p.P. definitiv.

Curi Cancha Reserve: Angefixt von diesem Trip buchen wir auch einen Tagestrip mit Guide im Curi Cancha Reserve. Auch wenn wir wieder kein Faultier finden bin ich froh, dass wir auch hier einen Guide hatten. Zugegeben er beschränkte sich mehr auf Vögel (es gibt eine wirklich große Bird-Watching-Comunity, das wusste ich gar nicht), ohne ihn hätten wir aber wahrscheinlich kaum etwas gesehen. Hier sehen wir auch unseren ersten Quetzal, das Wappentier Guatemalas (in Costa Rica …). Ein wirklich schöner Vogel auch wenn er relativ weit weg ist und wir ihn nur durch ein Fernglas gut sehen können. Außerdem sehen wir Tucane (leider auch nur durch ein Fernglas), unglaublich viele verschiedene wunderschöne Kolibris – sogar aus der Nähe :-) Wir versuchen uns etwa eine halbe Stunde daran gute Fotos zu schießen, geben allerdings ohne wirklich großen Erfolg auf … die sind einfach viel zu schnell.

Jetzt geht es für ein paar Tage an die Karibikküste, genauer gesagt nach Cahuita bevor wir uns nach Panama City aufmachen um unsere Freunde Mone und Basti in Empfang zu nehmen.

Kommentare
4 kommentare zu “Der Nebelwald von Monteverde”
  1. Marina sagt:

    Was für schöne Bilder und danke für deinen tollen Bericht!!! Ich hoffe du hast den Frosch nicht eingepackt :)

  2. Heike sagt:

    Spitze! Toller Bericht!
    Du entwickelst Dich zum Botaniker und Zoologen :-)
    Wieder was gelernt.

  3. Andre sagt:

    Hi ihr Zwei

    Ich wünsche euch frohe Ostern und eine schöne Zeit

  4. Markus sagt:

    Frohe Ostern euch beiden.

    Jetzt erst vom Dome davon gehört. Viel Glück und Spaß euch beiden ;D

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