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Auf entdeckungstour durch den Nebelwald

Die Pyramiden von Tikal

Aus Palenque ging es mehr oder weniger pünktlich morgens um 6 Uhr los, via Colectivo, Taxi, Boot und Bus reisten wir nach Flores einer kleinen Insel* im Lago Petén Itzá – unserem Ausgangsort für Tikal.

Aus Palenque nach Flores in Guatemala

Wie bereits gesagt hatten wir einen Spezialpreis für die Einreise nach Guatemala (jaja wir haben hier bestimmt 2 € gesparrt :-)) Dieser Spezialpreis führte allerdings dazu, dass wir eine Sonderbehandlung bekamen, jedenfalls ein bisschen. Morgens gegen kurz nach 6 wurden wir wie verabredet am Hotel abgeholt und fuhren erstmal ein paar weitere Hotels ab, bei denen aber aus irgendwelchen Gründen niemand einsteigen sollte. Anschließend wurden wir in ein Colectivo verladen, mit der Anweisung bloß nichts mehr zu bezahlen und uns an einen Franzisko zu halten – wer auch immer das sein soll. Das Colectivo fuhr uns für mehrere Stunden Richtung Guatemala, bis es hieß umzusteigen in ein Taxi. Mit diesem Taxi fuhren wir über eine Straße die entweder noch nicht fertig war oder gerade generalüberholt wurde jedenfalls bestand sie größtenteils nur aus Sand. Irgendwo im Nirgendwo mussten wir dann doch noch eine Umweltsgebühr oder sonstwas zahlen auch wenn wir nur auf der durchreise ist 20 Pesos O.K. was soll’s – fragt nicht, ich weiss nicht genau warum. Der Taxifahrer wollte später auch nochmals 20 Pesos, obwohl er genau wusste wo es hingehen sollte und bereits bezahlt wurde. (Da bin ich mir sicher, aber was soll man machen, aussteigen und nicht mehr wissen wo man hin muß? Nee dann zahl ich doch lieber den Euro). Immerhin bringt er uns jetzt bis zum Grenzübergang – einem kleinen Verschlag mit einem Beamten, einem Computer und 3 Frauen über deren Funktion ich mir nicht ganz im Klaren bin. Aufeinmal spricht uns jemand an, ob wir auch nach Guatemala wollen. „Ja weshalb sollen wir sonst hier unseren Pass abgeben?“ Er stellt sich als Franzisko vor und sagt uns wir sollen ihm einfach folgen. Irgendwo kommt aufeinmal auch ein weiteres Colectivo an, voll mit Touristen aus Palenque (jap das wäre wohl auch unseres gewesen, hätten wir keinen Spezialpreis gehabt) immerhin mussten auch sie diese ominöse Umweltpauschale zahlen. Jetzt gehts auch recht fix weiter, es werden 2 Boote gechartert, wir überqueren einen Fluß und sind in Guatemala. Das war einfach. In Guatemala geht es mit einem Bus über teilweise wirklich abenteuerliche Straßen bis nach Flores, die Einreise wird irgendwo im Nirgendwo ganz unbürokratisch erledigt. Die Einreise 40 Quetzales (knapp 4 €).

Die Ruinen von Tikal

Bereits auf der Busfahrt nach Flores wurde uns ein Komplettpaket verkauft (wenn alles so schön aufgezählt wird und dann auch noch der Preis zu stimmen scheint ist es ja auch schwer zu widerstehen). Für 150 + 250 Quetzales buchen wir die Sunrise-Tour für Tikal. Diese Beinhaltet den Transport um 3 Uhr nachts, den Eintritt für Tikal und einen Guide. Der Eintritt für Tikal kostet normalerweise 150 Quetzales, weil wir aber so früh rein wollen (eigentlich öffnet er erst um 6 Uhr) besteht die Nachtschicht wohl auf dieses Extrageld. Wir sind also pünktlich um halb 5 am Eingang und begeben uns mit unserem Guide auf dem direktem Weg zum Tempel 4, einem der höchsten Tempel und wohl der perfekte um den Sonnenaufgang zu beobachten. Und dann das:

Unser Sonnenaufgang besteht aus einem konstanten Dunkelgrau, welches sich in ein noch immer Konstantes allerdings helleres Grau verwandelt. Na Herzlichen Glückwunsch, die Sichtweite würde ich mit 50-100 m angeben. Immerhin sind wir mit diesem Erlebnis nicht allein, die Sonne schafft es wohl nur in 5 % (was ungefähr allen 18 Tagen entspricht) den Nebel früh genug zu besiegen. Hätte uns das jemand vorher gesagt, hätten wir aber dennoch die Sunrise-Tour gebucht. Stellt euch mal vor ihr entscheidet euch wegn 10 € dagegen und hört dann von jemanden dass der Sonnenaufgang heute einer der schönsten in seinem Leben gewesen ist. Da beißt man sich aber in den… Dieses Risiko wollten wir einfach nicht eingehen. Außerdem ist es auch ohne Sonne spannend immerhin erwacht der ganze Urwald und so hört man allerlei Vögel, Brüllaffen und sonstiges Getier.
Wir schauten uns also, etwa eine Stunde den Sonnenaufgang an ehe wir uns dazu entschieden erstmal den nicht mehr im Nebel liegenden Teil Tikals zu bewundern. Es hieß also alle mühselig erklummenen 196 Stufen wieder runter ab durch den teilweise noch recht verwachsenen Dschungel (glücklichweise stehen kleine Wegweiser an den Gabelungen) und zack da steht man wieder vor einer Pyramide oder sogar einer ganzen Pyramidengruppe. Man kommt sich wirklich vor wie ein kleiner Entdecker und bekommt spontan Lust sich eine Machete zu besorgen und den Wald nach weiteren noch unentdeckten Ruinen abzusuchen.

Unsere Expedition dauerte ca 3 Stunden in denen wir wirklich viel gelaufen und geklettert sind. Nach einem kurzen Mittagessen entschließen wir uns nochmals dazu Tempel IV (den mit den 196 Stufen) zu erklimmen und tadaa, der Nebel hat sich verzogen und so haben wir freie Sicht auf sehr viel Regenwald und einige Tempel.

Was Tikal angeht kann ich nur sagen, dass diese Pyramiden mit Abstand die spannendsten sind (sorry Palenque bis gestern warst du ganz vorne mit dabei), das Gelände ist wirklich riesig, man darf auf viele Pyramiden klettern, es gibt unendlich viele Wege und es verläuft sich alles ganz fantastisch. Hier hatte ich nie das Gefühl, dass es irgendwie zu touristisch ist. Wir haben uns beispielsweise zum Mittagessen auf eine Pyramide gesetzt und die ganze Zeit keinen einzigen anderen Touri gesehen. Was natürlich auch daran liegen kann, das wir ganz hinten im Park saßen :-) Im zugänglichen Teil des Parks immerhin erstreckt sich das ganze Gelände über 576 Quadratkilometer und ist damit fast so weitläufig wie Angkor. Allerdings bei weitem nicht so zugänglich, liegen doch große Teile (je nachdem wem man glaubt bis zu 70 %) noch unentdeckt im Regen- bzw. Nebelwald. Wenn ihr mal in Mittelamerika unterwegs seid gehört Tikal definitiv auf die To-Do-Liste, selbst wenn ihr euch nicht für Tempel interessiert.

Flores die Insel die eigentlich keine ist

*Flores ist schwer zu beschreiben, handelt es sich dabei doch um die Hauptstadt Peténs dem flächenmäßig größten Bundesstaat Guatemalas. Spricht man als Reisender von Flores meint man im Allgemeinen jedoch nur einen kleinen Teil der eigentlichen Stadt nämlich den auf der Insel San Andrés. San Andrés liegt im Lago Petén Itzá und ist mit der eigentlichen Stadt Flores nur durch einen dünnen künstlichen Damm verbunden. Flores ist also eigentlich größer, dem „normalen“ Reisenden wird allerdings nur die kleine dicht besiedelte und wirklich schöne Insel als Flores verkauft. Auf Flores San Andrés gibt es jede menge Hostels, Travel Agencys und jede menge Lokale, eine typische Touristenstadt eben, dazu gibt es ein durch die Lage im See wirklich angenehmes Klima und wunderschöne Sonnenuntergänge.

Kommentare
4 kommentare zu “Die Pyramiden von Tikal”
  1. Bianca sagt:

    Habt ihr im Tempel auch mit dem Petroleum aus einer Hängelampe ein Ornament aus dem Tempel ablösen können und dieses als Nase einer Statue zum Öffnen einer geheimen Grabkammer benutzen können? Ich habe manchmal Angst, dass mir diese Lucas Arts Spiele falsche Vorstellungen eingebläut haben…. :)

    • jan sagt:

      Hallo Bianca,
      keine Sorge, das wird natürlich noch immer genau so gemacht. Wir sind nur nicht näher darauf eingegangen, da wir davon ausgegangen sind, dass es allgemein bekannt ist:)

  2. Björn S. sagt:

    Mittlerweile müsstet ihr doch alle mittelamerikanischen Pyramiden gesehen haben, oder?

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