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durch enge Gassen und historische Straßen

Cusco – Hauptstadt des Inkareichs

Cusco ist wohl die touristischste Stadt ganz Perus. Cusco ist nicht bloß Ausgangsort für die meisten Machu Picchu Reisenden, die Stadt und das Umland bieten für jeden Geschmack etwas. Hier werden Raftingtouren auf dem Urubamba ebenso angeboten wie mehrtägige Wanderungen (nicht bloß zu Machu Picchu) und Kletterausflüge in die nahegelegenen Berge. Allerdings gibt es in Cusco selbst schon so viel zu sehen und zu entdecken, dass man alleine mit Sightseeing und Museumsbesuchen gut und gerne 3 volle Tage füllen kann.

Es ging mir an unseren 3 Tagen in Cusco wirklich nicht besonders, aber wer will schon einen Reisebericht lesen in dem es größtenteils darum geht wie jemand mit zittrigen Knien und schweiß auf der Stirn vor einer blau gefliesten Gemeinschaftstoilette hängt, die so lecker riecht, dass man sich alleine durch den Geruch motiviert gerne übergibt. Nein, dass will wohl wirklich niemand. Ebenso wenig will man sich wahrscheinlich mit sich immer wiederholenden Fieberträumen beschäftigen. Selbst wenn ich diese Dinge alle mit Cusco verbinde und sie ebenso zu dieser Reise gehören wie all die schönen Erfahrungen soll es in diesem Bericht doch um die schöne Seite Cuscos gehen …

Die Spuren der Inka

Cusco ist eine seit dem 11. Jahrhundert existierende Inkastadt, vor der spanischen Eroberung und der damit weitgehenden Zerstörung der Stadt lebten hier ca. 70.000 Inka heute sind es über 350.000 (Peruaner). Trotz der Zerstörung und dem schnellen Wachsen der Stadt kann man heute an einigen Stellen noch Reste der ehemaligen Inkabauten bewundern. Eine der bekanntesten Gassen der Stadt die Calle Hatunrumiyoc verdeutlicht, wie stabil und langlebig die Inkas ihre Gebäude schon zur damaligen Zeit gebaut haben. Die nach oben konisch zulaufenden Mauern aus präzise aufeinander angepassten Gesteinsblöcken sind nach einem Erdbeben im Jahr 1950 das einzige was von der, von den Spaniern (auf den alten Grundmauern eines ehemaligen Inkapalastes) errichteten Kirche stehen geblieben ist. Diese Bauweise findet man bis heute an einigen Stellen der Stadt, die Calle Hatunrumiyoc ist allerdings das schönste und zentral gelegenste Beispiel.

Casa Concha – perfekte Ergänzung zum Machu Picchu Besuch

Keine 3 Blocks weiter steht die Casa Concha, in Ihr befindet sich eine Ausstellung zur „Entdeckung“ Machu Picchus. Ausgestellt werden neben Fotos der ersten Machu Picchu Expedition im Jahre 1913 auch zahlreiche Repliken damals gefundener Exponate. Nun fragt Ihr euch sicher weshalb dort ausschließlich Repliken zu finden sind. Im Jahre 1911, als Hiram Bingham sich auf die Suche nach alten Inka-Städten machte, wurde ihm von der peruanischen Regierung ein Dokument ausgestellt in dem es in etwa hieß: „… alles gefundene wird zu deinem rechtmäßigem Eigentum“ Was aus heutiger Sicht undenkbar erscheint und auch für damalige Verhältnisse keinen großen Sinn zu machen scheint, war wohl ganz normal.

Die erste Expedition wurde unter anderem gefördert durch National Geographic und die Universität Yale. Erst 2011 als die Entdeckung Machu Picchus ihr 100 Jähriges Jubiläum feierte wurden diese Repliken Peru zur Verfügung gestellt. Die Originalfundstücke befinden sich bis heute in den Vereinigten Staaten. Die Ausstellung lohnt sich wirklich, gerade wenn man wie wir keine 3 Tage zuvor selbst gesehen hat, wie gut Machu Picchu inzwischen zugänglich ist und wie die Ruinen vom Dschungel „befreit“ wurden, beeindrucken die Fotos vom komplett überwuchertem, bloß über einen 5 Tages-Marsch zu erreichendem Machu Picchu sehr.

Entgegen anderweitiger Informationen im Internet gibt es an fast jedem Fundstück auch einen englisch-sprachigen Text.

Unterwegs in Cuscos Straßen

Cusco liegt ähnlich wie La Paz im Andenhochland – bloß ein wenig tiefer. Ganz ähnlich wie in La Paz ist die Stadt allerdings auch von zahlreichen Bergen umschlossen auf denen sich (wenn man sich denn einmal hochgequält hat) ein super Überblick über die Stadt und ihre einzelnen Bezirke bietet. Unsere kleine Entdeckungstour führt uns morgens (so gegen 10 Uhr) durch kleine verwinkelte Gassen herauf zur Kirche von deren Vorplatz wir nicht bloß den erwähnten Überblick über die Stadt haben. Dreht man sich hier oben um 180 Grad fällt einem eine knapp 20 m hohe in einem strahlendem Weiß gestriche Jesus-Statue auf. Eine Jesus-Statur? War da nicht was in Brasilien? Jap auch – es stellt sich raus, dass in Südamerika jede Stadt, die etwas auf sich hält auch eine Jesus-Statue aufstellt.

Wir ersparen uns diesen zusätzlichen Aufstieg allerdings und machen uns durch weitere noch verwinkeltere Gassen, vorbei an weißen Häusern mit bunt gestrichenen Türen auf den Weg durch San Blas. Auch San Blas hatten wir auf dieser Reise schon, diesmal handelt es sich allerdings „nur“ um einen Stadtteil Cuscos. Auch wenn wir hier keine kleinen Trauminseln entdecken, genießen wir diese überdurchschnittlich schöne Gegend Cuscos. Die kleinen, engen gepflasterten Straßen, die scheinbar unzähligen Gassen mit Stufen, die vielen kleinen Kunsthandwerkshops und nicht zuletzt die freundlichen Menschen, erinnern uns an kleine Italienische Dörfer und nicht mehr an Cusco. Wenn ihr mal hier seit, müsst ihr euch San Blas unbedingt anschauen.

Natürlich gibt es auch in Cusco Traditionelle Märkte – hier sogar ein wenig mehr als in manch anderer Satdt. Neben dem obligatorischem Mercado Central mit dutzenden Lebensmittel-, Haushaltswaren- und Blumen-Ständen stießen wir eher zufällig (auf der Suche nach dem Busbahnhof) auf einen lokalen Viehmarkt. Neben Hühnchen gehen hier wohl hauptsächlich Meerschweinchen über die „Ladentheke“, was europäische Betrachter eher als Haustier kennen ist in Peru bzw. im gesamten Süd-Westen Südameriaks seit Jahrhunderten ein fester bestandteil der lokalen Küche. Geschmacklich soll Cuy (wie die Meerschweinchen hier heißen) irgendwo zwischen Hühnchen und Schwein einzuordnen sein. Mich als Froschfreund hat es dann allerdings fast mehr gestört, dass auch Frösche offenkundig als Nahrungsmittel verkauft wurden. Andre Läner andere Sitten – ich bleib dran (an den Meerschweinchen).

Die Sache mit der Regenbogenflagge …

Bevor wir unseren kleinen Ausflug ins das peruanische Hochland beenden, kommen wir zu einem Thema, dass mich fast während unseres gesamten Aufenthalt in Cusco immer mal wieder beschäftigt hat. Die Regenbogenflagge: Jawoll, die Regenbogenflagge wie wir sie in Deutschland / Europa bloß als Symbol für die Peace bzw. Leseben und Schwulenbewegung kennen, hängt in Cusco an jedem Hostel, auf jedem öffentlichem Platz und sogar auf Kirchen. Was mich schon fast darauf schließen ließ, dass Peru in diesen Dingen einfach weiter ist als Deutschland ist in Wirklichkeit bloß ein Überbleibsel aus Inka-zeiten. Im 15. Jahrhundert wurde die Regenbogenflagge von den Inkas als Nationalflagge eingesetzt. Cusco als Hauptstadt des Inkareichs hat diese Fahne bis heute behalten.

 

Kommentare
3 kommentare zu “Cusco – Hauptstadt des Inkareichs”
  1. Marina sagt:

    Hallo Ihr Beiden,
    tolle Bilder,wieder mal ein toller Bericht und danke für die vielen Hintergrundinformationen.
    Jan wir hoffen deinem Magen geht es wieder besser. Hat er doch schon genug gelitten in
    den vergangenen 8 Monaten. Belaste ihn nicht noch mit Meerschweinchen……, bitte!!! :)
    Freuen uns auf eure nächsten Berichte. Dicken Drücker von hier und ich steh in den
    Startlöchern, wenn es heisst „wir kommen heim und hätten gern zum Mittag…..“ !
    Liebe Grüße von der Insel

  2. Heike sagt:

    Hallo Ihr zwei,
    Marina spricht mir aus der Seele !!!!!!
    Nur von der Insel kann ich nicht grüßen ;-)
    Machts gut Ihr Lieben.

  3. Paul sagt:

    Ein sehr schöner Bericht mit vielen Infos über Cusco.

    La Casa Concha kannte ich zum Beispiel noch gar nicht, das ist gut zu wissen für meinen nächsten Besuch =).

    Liebe Grüße und weiter so =).
    Paul

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