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Von Faultieren und diebischen Äffchen

Cahuitas Dschungel

Auf an die Karibik, auf nach Cahuita! Cahuita ist ein kleiner Ort mit etwa 3000 Einwohnern und jeder Menge Wildnis. Wir fahren wieder mit dem Bus, das funktioniert bisher wirklich überall in Zentralamerika x-mal besser und günstiger als in Deutschland. Diesmal mussten wir zwar etwas früher raus da unser Bus aus Monteverde nach San José bereits um kurz nach 6 Uhr morgens abfährt, dafür bekommen wir aber auch den 13 Uhr-Bus in Richtung Cahuita. Die Fahrt führt unter anderem an Limon, Puerto Viejo und schier unendlich scheinenden Bananenplantagen vorbei. Auf den Straßen rund um Puerto Viejo sind gefühlt nur ein paar Busse und außerdem tonnenweise Seecontainer transportierende Trucks unterwegs. Egal ob links oder rechts, man hat ein bisschen das Gefühl von einem Lagerplatz zum anderen zu fahren allerdings hat dieser Lagerplatz eine Länge von 30 oder mehr Kilometern. Kurz nach der Ankunft in Cahuita – wir hatten uns noch nicht einmal vom Busbahnhof entfernt – kam auch schon ein freundlicher Italiener auf uns zu: „Hi, sucht ihr ein Hostel? Ich habe eins direkt nebenan…“ Er macht uns einen Spezialpreis für 4 Nächte, das Hostel gefällt uns und schon ist alles geklärt. Super dieses Unkomplizierte.

Der Nationalpark von Cahuita

Der Nationalpark von Cahuita und der Gandoca-Manzanillo-Nationalpark teilen sich den südlichsten Zipfel Costa Ricas an der Atlantik- Karibikseite. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um einen großen Nationalpark mit 2 Eingängen. Betritt man den Park von Cahuita aus trägt man seinen Namen in ein Buch ein, spendet wenn man denn möchte einen kleinen Obolus und kann ab diesem Moment durch den gesamten Park laufen. Auf der anderen Seite kostet der Eintritt 10 $ p.P.

Auch wenn der Park mit seinen etwas über 1000 ha verhältnismäßig klein ist hat er uns durch seine Lage und die wirklich vielen Tiere direkt bei unserm ersten Besuch überzeugt. Der Weg durch den Park liegt nahezu durchgehend im Dschungel ist allerdings gleichzeitig nie mehr als 50 m vom Meer entfernt. Durch diese Lage bleibt es selbst in der Mittagssonne angenehm kühl. Ich fand es super spannend zu sehen wie direkt hinter dem Strand der Dschungel anfängt, dachte ich doch, dass Bäume und Salzwasser sich nicht wirklich gut verstehen.

Auch was die Tierwelt betrifft konnten wir hier ohne ortskundigen Guide ordentlich was sehen. Direkt am Eingang wurden wir von Kapuzineraffen begrüßt. Nina hatte schon gelesen, dass sie wohl ab und an Touris die Taschen klauen um an die mitgebrachten Lebensmittel zu kommen. Ich dachte mir, dass ja wohl niemand so blöd ist seine Tasche an kleine Äffchen abzugeben musste dann allerdings ein paar Stunden später feststellen, dass es wohl wirklich an der Tagesordnung ist. Da saßen nun also 5 triumphierende Äffchen mit verschmierten Händchen und Mäulchen auf  den Bäumen und aßen eine eroberte Mango und ein paar Bananen. Während wir uns über die schicken Fotos freuten, ärgerte sich unweit von uns ein Pärchen darüber, dass ihr geplantes Picknick jetzt wohl ohne Dessert stattfinden müsse.

Neben den Kapuzineraffen sehen und hörten wir wieder ein paar Brüllaffen und etliche verschiedene Vögel. Außerdem trafen wir immer mal wieder 2 Waschbären und eine giftige Schlange mit blödem Namen Greifschwanz-Lanzenotter (hört sich doch nun wirklich viel unspannender an als Eyelash-Viper). Aus irgendwelchen Gründen durfte ich hier keine richtigen Nahaufnahmen machen. Ein weiteres tierisches Highlight boten unzählige blaue kleine bis große Krabben. Sie hatten ihre Höhlen blöderweise direkt am Weg ausgegraben, waren allerdings recht scheu was dazu führte dass es aussah als würde man bei jedem Schritt auf unzählige Schnüre treten, welche wiederum dazu führen, dass diese Krabben in Ihre Höhlen gezogen werden. Wirklich spaßig diese kleinen Angsthasen.

Wir Nina erblickte sogar unser erstes Faultier, leider versteckte es sich so weit oben im Baum, dass ich es für ein großes Blatt hielt und erst durch die Zoomfunktion der Kamera überzeugt werden musste, dass es sich bei diesem Fleck tatsächlich um ein lebendes Tier handelt. Wir waren insgesamt 3 mal im Park und hatten schließlich Glück noch zwei weitere Exemplare etwas näher am Boden zu erwischen, leider nie so wirklich nah aber dafür immerhin in freier Wildbahn.

Tree of Life

In Cahuita oder besser gesagt im näheren Umfeld gibt es 2 Einrichtungen, welche sich darum kümmern, verwaiste, verletzte oder in Gefangenschaft gehaltene Tiere wieder aufzupäppeln. Die mit Sicherheit bekanntere Einrichtung ist das Sloth Sanctuary, wie der Name schon vermuten lässt geht es hier in erster Linie darum Faultiere wieder aufzupäppeln. Auch wenn wir Faultiere schrecklich niedlich finden und sie sich wohl auf Dauer einen Platz weit oben in unserer Lieblingstierliste erkrochen haben entschieden wir uns auf Grund des geringeren Eintrittspreises (das Sloth Sanctuary kostet 25$ p.P) für einen Besuch im Tree of Life.

Das Tree of Life liegt etwa 4 km stadtauswärts – ja das Schild im Stadtkern mit der verlockenden Aufschrift „Only 2 km from here“ flunkert leider ein bisschen bei der Entfernung. Wir machten uns also zu Fuß auf den Weg, dieser verläuft zwar direkt an einer Straße entlang bietet jedoch ununterbrochen Blick auf das Meer und den Playa Negra, einem Strand mit schwarzem Sand. Der Eintritt ist mit 12 $ p.P noch relativ teuer (ja in meiner Erinnerung kostet auch der Eintritt in einen Zoo nur 5 DM :-)), das macht aber nichts, da das Geld wohl zu 100 % in die Arbeit mit den Tieren fließt. Jetzt wird es ein bisschen kniffelig und ich weiss nicht genau wie ich darüber schreiben soll, finde ich solche Einrichtungen prinzipiell doch sehr lobenswert und gut. Leider war das erste Tier (ein kleiner Affe) in einem winzigen Käfig untergebracht was mir direkt die ganze Einrichtung in ein schlechtes Licht rückte. Man kann doch nicht damit werben, dass man sich um Tiere aus nicht artgerechter Haltung kümmert und diese dann in einen 60 x 80 x 90 cm Käfig stecken, nur weil man gerade kein anderes Gehege frei hat.

Neben Affen sahen wir im Tree of Life (in größeren Gehegen) einige Kinkajous, Peccarys (eine Art Wildschwein in klein), viele verschiedene Vögel, Schildkröten und endlich Faultiere aus der Nähe. Was ganz schön war, waren die kleinen Infotoafeln (einlaminierte DIN A4 Blätter), auf denen der Besucher erfuhr aus welcher misslichen Lage das jeweilige Tier befreit wurde und was dafür getan wird, damit es wieder in freie Wildnis entlassen werden kann. Die beiden Faultiere haben Ihre Mutti beispielsweise verloren, als sie noch nicht allein überlebensfähig waren, werden aber wohl innerhalb der nächsten 6 Monate wieder in die Wildnis entlassen. Wir machen uns also mit gemischten Gefühlen auf den Rückweg und laufen nochmals für ca eine Stunde durch den Nationalpark, sagen unseren Freunden den Waschbären Tschüss und genießen einen vorerst letzten Abend bei karibischen Temperaturen.

Von Cahuita ging es für uns innerhalb von 2 Tagen runter bis nach Panama City um mit unseren Freunden Simone und Basti Panama zu erkunden.

 

Kommentare
ein kommentar zu “Cahuitas Dschungel”
  1. Birko und Grit sagt:

    Hallo Ihr zwei,
    wir sind gestern aus Süddeutschland zurück gekommen und haben einen interessanten Beitrag über Panama und Nicaragua gehört. Und nun seid Ihr dort und berichtet live von den Eindrücken. Wir wünschen Euch weiterhin eine spannende und schöne Reise und freuen uns auf weitere Berichte.

    Birko und Grit

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